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wenn der nikolaus zu früh kommt.

Ja, is denn bei IKEA schon Weihnachten? Nee, aber fast. Nach schwedischer Zeitrechnung scheint Eile geboten.

„Hej Tina,

tatsächlich, schon haben wir den 2. Advent …“

heißt es da im Nikolaus-Newsletter.

Ja, manchmal müssen wir Möchtegernliteraten schon vor der Zeit was Nettes einfallen lassen, da braucht es jede Menge Empathie, manchmal schon im Spätsommer in Adventslaune zu kommen. Wenn dann aber jemand den falschen Text zum falschen Zeitpunkt verschickt, den Nikolaus zu früh kommen lässt und den 1. Advent praecox zum 2. macht, dann geht jede Stimmung natürlich flöten.

ikea-advent-newsletter

So geschehen beim heute erhaltenen IKEA-Newsletter, der am 28. November schon nur noch 18 Tage bis Weihnachten zählt und so einige Panik schüren könnte bei denen, die noch so gar keine Geschenke und so … Mich eingeschlossen, hier kommen nämlich erst noch Geburtstage und House-Warming-Parties, die es zu feiern gilt. Noch bevor der Nikolaus seine Rentiere angespannt hat. Oder so ähnlich.

wir sind dann wir, an diesem tag.

Zu Recht ist die Aufmerksamkeit für die Vodafail-Werbung (oder zumindest das, was ich so mitbekomme in der Blogosphäre) verklungen, was sie leider nicht davon abhält, mir per heavy rotation weiter auf den Keks zu gehen.

Nach gefühlten 47 Wochen versteh ich sie noch immer nicht so wirklich (was bei Werbung nicht zwingend verwunderlich ist, aber hier kann ich auch das Konzept dahinter schwerlich erahnen) und verspüre keinen Drang, meinen T-Mobile-Vertrag zugunsten eines Vodafone-Abos aufzukündigen, um dann endlich mal einmal ’ne Heldin zu sein. Und dann auch nur für einen Tag? Pfff.

Da kommt er auch schon, der Auslöser für dieses kleine Posting am Rande: Das erschließt sich mir alles nicht — ich werde zur Heldin durchs Posten im Blog, bei Facebook oder sonstwo von meinem iPhone vom Vodafone-Apparillo aus? Weil das sonst keiner kann? Also das konnte doch schon mein altes SonyEricsson von vor vier Jahren … The medium is the message, ist es das?

Der dickste Nervfaktor der ganzen Kampagne ist neben anderen Komponenten ist im ganz sinnlichen Sinne die akustische Ausstattung des Spots. Ist das der Sänger von Apocalyptica oder wie oder wer oder was, der da so furchterregend schräpt? Gibt es bei denen in Norwegen Schweden Finnland Skandinavien überhaupt Vodafone?

Und vor allem: Wer bitte sind denn sie?

Ich, ich bin dann König

Und du, du Königin

Obwohl sie unschlagbar scheinen

Werden wir Helden für einen Tag

Wir sind dann wir, an diesem Tag

Da gestehe ich dem bowieschen Original selbstredend ungleich mehr lyrische Freiheit zu, denn hier geht’s schließlich um Liebe, n’est-ce pas? Weiterlesen

schon wieder viral: pearl jam hat backspacer-bildchen im web versteckt.

Mannomann, alles viral dieser Tage. Auch eine meiner erklärten Lieblingsbands, Pearl Jam, macht’s schön spannend im Netz: Das Cover Artwork oder zumindest 9 Teilchen davon haben sie auf Musikseiten im Internet verstreut. Meine Suche begann auf der Bandseite bei Myspace, von da aus ging’s weiter zum ersten Sammelbildchen bei Tom Tomorrow, der das Album Artwork gestaltet hat. Das ist jetzt nicht so ganz mein Fall, aber immerhin richtig schön bunt – und so soll auch die neue Platte sein. Gut durchmischt, mit rotem Faden.

The Fixer find ich jedenfalls schon richtig gut, wie sagen die immer so schön, „es ist auf mir gewachsen“. Der Song zum Download (hat der eigentlich noch gar keine eigenen Generation?), „Speed Of Sound“, den man bekommt, wenn man alle Bildchen aufgestöbert hat, ist dann doch eher gewöhnungsbedürftig …

The Fixer (2. Strophe)

When something’s broke I wanna put a bit of fixin on it
If something’s bored I wanna put a little excited on it
If something’s low I wanna put a little high on it
If something’s lost I wanna fight to get it back again
Yeah Yeah Yeah Yeah
Fight to get it back again
Yeah Yeah Yeah Yeah

Lyrics gibt’s hier. Bin schon gespannt auf die Konzerte in Rotterdam, Berlin und London, die wir mit einer schönen kleinen Interrailtour ohne Schienen verbinden werden. ;-) Das Album gibt’s dann erst zum Geburtstag, im September.

Backspacer ist übrigens nicht nur eine Taste auf dem Computer-Keyboard und so ein Gitarrensounddings, sondern auch der Name einer schnellen Schildkröte.

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honi soit qui mal y pons.

Kommen wir vom worst case zum Beispiel für best practice. Und quasi gleich zur Gretchenfrage: Mach ich’s für Geld oder Geschenke? Klar, ich bin ja Werbetexterin. Damit in gewisser Weise käuflich. Aber dennoch nicht für jeden Scheiß zu haben. Also lautet die Antwort: Ja, wenn’s passt. Und bei Pons passt’s, wie Arsch auf Eimer. Denn da ist ein Überraschungsmoment, da ist Relevanz, da ist Liebe zum Detail und da ist NUTZEN. Dazu, als Add-on sozusagen, ist da auch noch ganz viel Herz.
pons mailing

Also, das war gestern so: Just in dem Moment, als ich per E-Mail von Susi höre, dass es diese Aktion gibt, bringt mein Schwesterherz die Post rein (als Generation Upload, digitale Bohème und all das komme ich meist erst spät am Briefkasten vorbei). Dabei ist Post von Pons. Mit einem Schulheft drin. Jetzt wusste ich ja leider schon, worum es dabei ging, aber ich war trotzdem neugierig – zu Recht, weil jedes Mailing individuell gestaltet wurde und ich noch nicht wissen konnte, welchen meiner Beiträge man wohl gewählt hat, wie viele Fehler gefunden und so weiter.

Wow, ein eigenes handschriftlich ins Heft eingetragenes Schreiben an die Eltern, das Bezug nimmt auf den eingeklebten, von mir verfassten und von Pons-Lehrerin Anne Pelzer korrigierten Artikel und geschickt eine eloquente Brücke schlägt zum Thema und zum neuen Produkt, der „Deutsche Rechtschreibung Online“. Das nenn ich mal „Kunden ernst nehmen und trotzdem mit Augenzwinkern kommunizieren“!

Vorgeknöpft hatte sich Frau Lehrerin bei mir den Aufsatz zur Weltraum-Bettdecke. (Wahrscheinlich, weil da der allereinzigste Tippfehler der ganzen Seite drinsteckte.) Die Überleitung von den heißen Nächten zu sich im Hitzedelirium einschleichenden Fehlern wirkte nicht mal sonderlich überbemüht konstruiert.

pons mailing

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generation leberwurst oder die lobotomie der marke vodafone.

http://m.vodafone.de/pk/Ich bin reingerutscht in die Pressekonferenz von Vodafone zur neuen Kampagne im Brandirgendwastruck (Steve-Jobs-PK-Faszination ganz dick unterboten) und jetzt kann ich nicht umhin …

Wenn geschätzte Kolleginnen positive Einschätzungen zu Herrn Lobos Beteiligung an der Kampagne bloggen und sich – zu Recht – gegen die persönlichen* Angriffe aussprechen, die unter seine Gürtellinie gingen, dann will man doch mal sehen, ob man nicht was übersehen hat oder doch nicht richtig verstanden.

Also schau ich mir die Quelle an, die Präsentation, in der das Konzept verkauft wird. Mit Scholz & Friends hat Vodafone da ja auch nicht irgendwen rangelassen. Also, mal gucken, wo da das „beef“ ist, vielleicht war ja nur die Umsetzung so bescheiden und die Strategie dahinter ist der Hammer?

Mitnichten. Während der Kampagne Momentum, kognitive Dissonanz, überraschender Twist und intelligente Hintergründigkeit oder gar Selbstironie fehlen, findet sich jede Menge Widersprüchliches, Offensichtliches und konstruiert Verdrehtes schon gleich in der Aussage von Herrn Gründgens, seines Zeichens Director Brand & Marketing Communications Vodafone Deutschland GmbH:

„Unsere Zielgruppe, die Generation Upload, dazu hatte Fritz [F.M. Schmidt, CEO von Scholz & Friends, Anm. von mir] ja schon kurz gesprochen, der erste Gedanke, der dann schnell kommt, ist, aha, da geht’s also um die Leute, die tatsächlich was uploaden – und das ist nicht der Fall. Sondern wir sagen, die Generation Upload, die qualifiziert sich erstmal durch nen bestimmten Umstand, nämlich dass sie irgendwie ne technische Kompetenz hat, dass sie vernetzt ist, dass sie irgendwie hochviral ist und Meinungsführer ist.“

Meine Schwester erklärte sich daraufhin (als Vegetarierin) spontan zur Generation Leberwurst.

http://m.vodafone.de/pk/

Man beachte aber irgendwie auch das irgendwie. Da hat jemand den Spirit von Social Media irgendwas ganz tief inhaliert, das ist authentisch, das wird gelebt. Ähem. So hat man bei Vodafone jetzt auch ein „Blog, das wir nochmal aufgesetzt haben, letzte Woche …“, wie Herr Gründgens, Director Brand & Marketing Communications Vodafone Deutschland GmbH, berichtet. Und er erzählt noch mehr: Weiterlesen

hammer time again.

Kann schon sein, dass ich eine MyHammer-Voyeuristin bin. Aber neben erschröcklichem Dumping finden sich da eben auch immer so entzückende Stilblüten. Die Ausschreiben zeigen eben auch eindrucksvoll, wie schwierig es ist, auch nur ein paar Sätze geradeaus zu schreiben und mit welchem mehr oder weniger außergewöhnlichen Talent wir Texter da jeden Tag so arbeiten … ;-)

Da gibt’s welche, die suchen … Programmierer mit drogeninduzierter visueller Halluzination?

hallo, ich suche einen visierten flash programmierer, der mir eine flash seite erstellt. sie sollte über eine startseite, eine kontaktverbindung ( emai an mich ) und eine portfolio option enthalten.

… oder professionelle Werbung für die eigene Werbeagentur, von der sie schon jetzt wissen, wie pflegeleicht die sein wird:

Sehr geehrter Auftraggeber,
wir benötigen für unsere Werbeagentur eine professionelle Website, da diese als Aushängeschild für uns dient. Es wird ca. 30 Unterseiten geben und leicht zu pflegen sein.

Manche beginnen ihre Anfrage mit „und zwar“ …

Hallo!! Und zwar suche ich jemanden der für mich eine Internetseite bekannt machen kann.
Habe da einen Autoregger und die Seite soll also gut gesehen werden.

… manche wollen sogar geschriebene Bilder:

Wir suchen einen zuverlässigen Texter der uns einen Text für eine Broschüre schreibt.
Gemacht werden soll: Es sollen Text und Bilder für eine 4 Seitige Broschüre geschrieben werden. Ein Teil des Textes (Die Leistungen als Liste) ist schon vorhanden.

… und wieder andere wünschen sich gar Unmögliches:

Die Texte gehen vollständig und exklusiv in unser Eigentum über.

i’d like the highlights, but i can only pay for a trim.

Ich hab als Freelancerin und Texterin nur (noch) nette und respektvolle Kunden, aber seeehr bekannt kommt mir das alles trotzdem vor:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=JI3Df7-KFtw[/youtube]

Wirklich merkwürdig, dass gerade bei unseren Gewerken Text, Design und Webdesign immer dieser Basarkram passiert. Warum eigentlich? Weil wir von Luft und Liebe leben oder immer von den ominösen anderen Projekten, aber nicht von diesem? Ein Glück, dass wir für Wohnen, Essen, Fahren und Altersvorsorgen keine Kosten haben, auch nicht in ein Studium investiert haben. Sonst könnten wir ja nicht völlig frei entscheiden, ob wir für 10 Euro arbeiten oder für 100 die Stunde. Es hängt alles nur von ein bisschen Goodwill unsererseits ab – ja, so ist das …

via Textguerilla von Julia über Blogdrauf