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darf’s ein bisschen mehr sein?

Was wir bisher nicht über Werbetext wussten und auch eigentlich gar nicht wissen wollten.

Mit Werbetexten ist das nämlich so: Wenn ein Texter einen Text textet, der total buntwitzig ist und crazy und vielleicht auch ganz neu erfundene Wörter dabei hat, einen, der ein bisschen wie Goethes Faust klingt oder der am besten eine Übersetzung ist, dazu gern schön lang und irgendwie auffällig sperrig, dann hat der Texter vielleicht Glück (aber auch nur vielleicht, nur, wenn der Herr Richter ein leckeres Mittagessen hatte, zum Beispiel oder wenn auf dem Weg zum Gericht grad noch sein Lieblingslied im Autoradio lief). Denn dann darf man seinen Text nicht einfach so klauen. Und dann drückt einem der Onkel Richter ne kleine Münze in die Hand.

Aber manchmal gilt hier eben schon doch das Rolls-raus-Prinzip: Denn auch wenn man Fotos und Bilder und Übersetzungen nicht klauen darf, weil die einfach mal praktischerweise quasi automatisch geschützt sind, wie wahrscheinlich sicher auch das Loch im Boden, das es mal auf der documenta zu bestaunten gab, und die Erkennungsfanfare der Tagesschau, sind wir Texter da einfach ein bisschen freigiebiger. Wenn auch unfreiwillig. Da darf geklaut werden, was das Zeug hält. Denn geklaut ist zwar geklaut, aber manchmal macht das eben nix.

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Creative Commons License photo credit: joelogon

Was leider kaum einer weiß, der nicht selbst textet: Ein Text ist umso besser, je unauffälliger eine aufwendige Konzeption hinter der Form verschwindet. Gerade Texte, die wie ganz mühelos so mirnichtsdirnichts daherfließend daherkommen, eher schlicht und plauderig, denen sieht man die Kunst leider und gottseidank nicht so an – dennoch sind gerade die zweifellos besonders hochwertig und kunstvoll. Das kann man ja mal probieren, als Richter, so einen Text zu schreiben. Und dann kann man noch gucken, ob das nu reines Handwerk ist und nix anderes als eine Bedienungsanleitung.

(Tjaja, man denkt manchmal ganz naiv, irgendwie sei doch sicher alles irgendwie vor Klau geschützt, von den Äpfeln des Nachbarn bis zu den Daten im Netz – aber Pustekuchen! Da verliert sogar ein gutes altes Gebot von Moses Tafel an Bedeutung.)

Aber auch wenn die Kröte geschluckt ist und die Schlacht verloren, wir bleiben dran … :-)

Und ich sach ja schon immer, dass Text eher Kunst ist als Handwerk, das meint ja sogar die hochamtliche Künstlersozialkasse – aber uns fragt ja keiner.

Lieber Textdieb, dürfen wir vielleicht auch noch nen Aal drauflegen?

Weiterlesen

urheberrechtliches, hübsch aufgedröselt.

Per Google-Zufall bin ich gerade mal ins Designerdock eingelaufen, wo ich eine sehr sehenswerte Serviceseite mit viel Wissenswertem zum Thema Recht für Werber (Urheberrecht, Markenrecht, geistiges Eigentum, Schöpfungshöhe, Vergütung von Entwürfen und was nicht sonst noch alles) gefunden hab, die MUSS ich hier einfach teilen. :-)

Die offensichtlich von den Rechtsanwälten Karsten & Schubert – Anwaltskanzlei für Geistiges Eigentum und Unternehmensrecht -gut, vielseitig und sehr konkret bestückte Seite bietet Antworten auf wirklich viele offene Fragen.

Aktuell besonders interessant finde ich den Download zum Diebstahl geistigen Eigentums von der KarstenundSchubertschen Seite und diese Ausführungen zur Schöpfungshöhe und Schutzfähigkeit von Texten auf designerdock.de:

(Hier selbstredend nur auszugsweise präsentiert. :-))

Kann man den Diebstahl von Werbetexten verhindern?

Das Urheberrecht weist den einzelnen Werkkategorien einen recht unterschiedlichen Schutz zu. Während Fotos, einschließlich der einfachsten Schnappschüsse, eigentlich immer geschützt sind, muss Design überragend überdurchschnittlich sein, um die Gunst des Urhebergesetzes zu erfahren. Texte bilden innerhalb der Schutzfähigkeitsskala einen Mittelwert. Das LG Berlin hat in einem aktuellen Urteil sogar einen recht umfassenden Schutz angesetzt, s.u.

[…]

Das Urteil des Berliner Landgerichts: Das LG Berlin hatte einen Fall zu beurteilen, in dem ein Mediengestalter die in die Web-Site eingebundenen Werbetexte eines anderen Mediengestalters im Wesentlichen übernommen hat. Unter den Überschriften „Planung & Beratung“, „Coding & Design“, „Promotion“ und „Pflege und Betreuung“ sind die einzelnen Dienstleistungen beschrieben worden. Das LG Berlin erkannte in der Darstellung des Dienstleistungsangebots eine schöpferische Tätigkeit, die das Werk aus der Masse des Alltäglichen hervorhebe und von einer lediglich handwerklichen und routinemäßigen Leistung unterscheide. Durch den Aufbau und die logische Untergliederung der insgesamt vier Aspekte des Leistungsangebots, sei ein zwar kleiner, aber gleichwohl vorhandener Gestaltungsspielraum genutzt worden (LG Berlin, Urteil vom 26.01.2006, Az. 16 O 543/05).

Fazit: Auch recht einfache Texte sind urheberrechtlich geschützt, wenn sich der Inhalt oder Aufbau nicht aus der Natur der Sache ergibt, sondern ein Gestaltungsspielraum besteht, der auch ausgeschöpft wird.

© 2006 Katja Schubert, Rechtsanwälte Karsten & Schubert

Michi und Susi, kennt ihr das erwähnte Urteil schon? :-)

plagiatfinder.

Auch bei gutefrage.net stellte man sich die Frage, wie man Plagiate möglichst sicher im Web finden kann. Unter den Freunden automatisierter Suche nach Textklau sind natürlich auch Unis, die Tools nutzen, um Plagiate aus dem Web zu finden.

So ergänze ich also Biggis praktische Liste von Tools zum Aufspüren von Textdieben mit

Google natürlich

Copyscape

Paperseek

und

PlagAware

um

Plagiarism-Finder und

TextGuard.

straflos klauen jetzt erlaubt.

Prima: Wer geistiges Eigentum klaut, zahlt im Fall des Erwischtwerdens das übliche Honorar und gut is. Nix Strafe, nix Aufschlag. Wenn wir das jetzt auch noch für Ladendiebstahl durchkriegen, hab ich ein neues Hobby. :-(

Wer ist eigentlich der Bundesrat? Viel geistiges Eigentum scheint der nicht zu produzieren, sonst würde er vielleicht anders denken …

Also: Help yourself! Und ich leg noch nen Aal drauf – oder ne Rundfahrt …

shoplifting
Creative Commons License photo credit: haledavid1@msn.com

wissensquiz zum urheberrecht.

Ja ja, mein Blog wird immer businessiger … ;-) Immerhin biete ich jetzt mal Urheberrecht light, in Form eines kleinen Wissenstests, ersonnen vom Bundesjustizministerium:

zum Quiz

Insgesamt eine nette Kampagne, das „Kopien brauchen Originale“, aufgelesen von meiner todernsten Designerschwester.

Ob man wohl die Banner verlinken darf? Das müsste recht eindeutig ein Kavalierdelikt sein – oder ein dickes Paradoxon … ;-)

aufruf zur textklauverschleierung.

Na sowas!

MyHammer ist wieder mal der Hammer – vielmehr seine Nutzer sind es …

Wer möchte denn vielleicht für maximal 65 Euro 35 Seiten Text so ändern, dass der Klau nicht mehr auffällt?

Ich nicht!

Was ist zu tun:
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Die Texte sollen teilweise:

a) einfach umformuliert und eventuell anders gegleidert werden mit der Maßgabe, dass sie nicht mehr als direkte Kopie des Originals gelten können. (Man darf den Text nicht als Kopie vom Original sehen können)

Aber melden könnte man das. :-(