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i’d like the highlights, but i can only pay for a trim.

Ich hab als Freelancerin und Texterin nur (noch) nette und respektvolle Kunden, aber seeehr bekannt kommt mir das alles trotzdem vor:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=JI3Df7-KFtw[/youtube]

Wirklich merkwürdig, dass gerade bei unseren Gewerken Text, Design und Webdesign immer dieser Basarkram passiert. Warum eigentlich? Weil wir von Luft und Liebe leben oder immer von den ominösen anderen Projekten, aber nicht von diesem? Ein Glück, dass wir für Wohnen, Essen, Fahren und Altersvorsorgen keine Kosten haben, auch nicht in ein Studium investiert haben. Sonst könnten wir ja nicht völlig frei entscheiden, ob wir für 10 Euro arbeiten oder für 100 die Stunde. Es hängt alles nur von ein bisschen Goodwill unsererseits ab – ja, so ist das …

via Textguerilla von Julia über Blogdrauf

twitter ist der neue mac.

Grad bin ich wieder mal auf ein Also-ich-twitter-ja-nicht-Bekenntnis (nur als pars pro toto genannt) gestoßen, derlei gibt es mittlerweile unzählige.

Ich darf dazu bemerken: Das Medium ist nicht immer die Message.

Und Twitter ist freiwillig. Das Einloggen, das Schreiben, das Lesen, das Kommunizieren, das Auswählen der Follower, die Frequenz des Reinguckens, aber auch das Weggucken.

Mich nervt Twitter überhaupt nicht, aber die Ich-twitter-nicht-weil-Beiträge haben schon ne ziemliche Frequenz – die nerven mich nicht, weil sie mich interessieren, aber verwundern tun sie mich schon.

tweet: my history class hates me because i have a twitter

Kein Mensch schreibt drüber, ob er denn nun noch handschriftliche Briefe schreibt, ob er bei Youtube reinguckt oder nicht, ob er das Internet nutzt oder nicht (gut, Blogeinträge darüber, warum jemand nicht bloggt, das findet man per se selten).

Bei jedem Kommunikationskanal, bei jedem Medium kommt’s doch auf den Inhalt an. Klar gibt’s bei Youtube Schrott, in Briefen geistigen Müll und bei Twitter Nichtigkeiten. Aber normalerweise ist die Reaktion auf Ablehnung doch Desinteresse und einfaches Ignorieren?

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das wannabe-pronomen.

Immer mal wieder kreuzt es meinen Weg, das Erkennungszeichen überambitionierter Hobbytexter. Es ist unauffällig und doch sperrig, kommt palim-palim daher wie ein einfaches, nützliches kleines Pronomen und schreckt mich doch bei jeder Begegnung auf, als trüge es ein blinkendes Blaulicht auf dem Kopf. Es ist so einfach vermeidbar, so unschön und es verrät so viel. Ja, da bin ich arrogant – ich werte es als Zeichen mangelnden sprachlichen Selbstbewusstseins, das unbemüht und distinguiert daherschlendern soll, auf mich aber einen ganz einen anderen Eindruck macht. Den mangelnden kulturellen Kapitals, einen hölzernen, ungelenken, überambitionierten, ganz danebenen. Warum um Himmels Willen kann man nicht einfach die wunderschönen, schon in der Sesamstraße zu Recht gefeierten „der, die, das” benutzen? Ausdrücke mit gleichem Bedeutungsumfang und unprätentiöser Lässigkeit? Warum muss es denn unbedingt „Bezogen auf das Internet sind Texte gemeint, welche im Internet mehrmals vorkommen” heißen?! Aber: Wenn jeder schreiben könnte, das wär ja auch nix. ;-) Also: Lasst Profis ran.

kale – apple-sprech?

Apple hat mich angesprochen (eigentlich ja schon immer). Ich hab’s angeklickt und erhalte kryptische Anweisungen:

„Tragen Sie das einmalige Apple Shopping-Ereignis in Ihren Kale.
Diesen Freitag.“

Ist das die eingedeutschte Version von iCal?
Und wie soll ich das dahintragen?
Ist das Tragen am Freitag nicht schon zu spät?
Hätte ich die kleinen Pfeilchen nicht gesehen, ich wüsste eh gar nicht, wo die Geschenke lauern.

Apple braucht neue Texter, yeah. :-)

darf’s ein bisschen mehr sein?

Was wir bisher nicht über Werbetext wussten und auch eigentlich gar nicht wissen wollten.

Mit Werbetexten ist das nämlich so: Wenn ein Texter einen Text textet, der total buntwitzig ist und crazy und vielleicht auch ganz neu erfundene Wörter dabei hat, einen, der ein bisschen wie Goethes Faust klingt oder der am besten eine Übersetzung ist, dazu gern schön lang und irgendwie auffällig sperrig, dann hat der Texter vielleicht Glück (aber auch nur vielleicht, nur, wenn der Herr Richter ein leckeres Mittagessen hatte, zum Beispiel oder wenn auf dem Weg zum Gericht grad noch sein Lieblingslied im Autoradio lief). Denn dann darf man seinen Text nicht einfach so klauen. Und dann drückt einem der Onkel Richter ne kleine Münze in die Hand.

Aber manchmal gilt hier eben schon doch das Rolls-raus-Prinzip: Denn auch wenn man Fotos und Bilder und Übersetzungen nicht klauen darf, weil die einfach mal praktischerweise quasi automatisch geschützt sind, wie wahrscheinlich sicher auch das Loch im Boden, das es mal auf der documenta zu bestaunten gab, und die Erkennungsfanfare der Tagesschau, sind wir Texter da einfach ein bisschen freigiebiger. Wenn auch unfreiwillig. Da darf geklaut werden, was das Zeug hält. Denn geklaut ist zwar geklaut, aber manchmal macht das eben nix.

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Creative Commons License photo credit: joelogon

Was leider kaum einer weiß, der nicht selbst textet: Ein Text ist umso besser, je unauffälliger eine aufwendige Konzeption hinter der Form verschwindet. Gerade Texte, die wie ganz mühelos so mirnichtsdirnichts daherfließend daherkommen, eher schlicht und plauderig, denen sieht man die Kunst leider und gottseidank nicht so an – dennoch sind gerade die zweifellos besonders hochwertig und kunstvoll. Das kann man ja mal probieren, als Richter, so einen Text zu schreiben. Und dann kann man noch gucken, ob das nu reines Handwerk ist und nix anderes als eine Bedienungsanleitung.

(Tjaja, man denkt manchmal ganz naiv, irgendwie sei doch sicher alles irgendwie vor Klau geschützt, von den Äpfeln des Nachbarn bis zu den Daten im Netz – aber Pustekuchen! Da verliert sogar ein gutes altes Gebot von Moses Tafel an Bedeutung.)

Aber auch wenn die Kröte geschluckt ist und die Schlacht verloren, wir bleiben dran … :-)

Und ich sach ja schon immer, dass Text eher Kunst ist als Handwerk, das meint ja sogar die hochamtliche Künstlersozialkasse – aber uns fragt ja keiner.

Lieber Textdieb, dürfen wir vielleicht auch noch nen Aal drauflegen?

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fettnapf der woche.

Merke: Wenn dir ein Newsletter durch enormes Optimierungspotenzial auffällt und du auf die Bitte um gegebenenfällige Anregungen im PS mit einem Vorschlag zur Überarbeitung antwortest, dann google erst nach dem Anbieter. Es könnte ja sein, dass der Texter ist. Und in Häusern wie Grey und Publicis sein Werk verrichtet hat.

selbstgetextet.

Herr. W., seines Zeichens My-Hammer-Inserent, hat es der hochnäsigen Texterwelt gezeigt:

Jeder kann texten!

….ein Dankeschön an alle Interessenten…….der Auftrag hat sich erledigt….
Meine Intention den Auftrag einzustellen war der Gedanke, dass etwas wofür ich mich vielleicht 3 Stunden hin setzen müßte, von jemand, der Routine hat, in einer Stunde erledigt sein könnte.
Da ich in meiner Annahme offenbar ziemlich daneben lag, habe ich mich hin gesetzt und mir in den Werbepausen des Abendprogramms den Flyer, der mir richtig gut gefällt, selbst entworfen und freue mich noch zusätzlich darüber etwas zwischen 39 und 185 Euro verdient/gespart zu haben.

Developing I
Creative Commons License photo credit: Malkav

Do it yourself rules!

Oder doch nicht?

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