Tag: texten

schreiberei bei monty python.

Es ist wie bei uns Textern, Eric Idle hat beim Schreiben der Monty-Python-Sketche unterschiedlichste Erfahrungen gemacht. Und das schreib ich mal ganz eben spontan so runter, ganz ohne Erbsenzählerei à la John Cleese …

[youtube]http://de.youtube.com/watch?v=Y8G7Y9mneVM[/youtube]

Interessant, oder?

Share

darf’s ein bisschen mehr sein?

Was wir bisher nicht über Werbetext wussten und auch eigentlich gar nicht wissen wollten.

Mit Werbetexten ist das nämlich so: Wenn ein Texter einen Text textet, der total buntwitzig ist und crazy und vielleicht auch ganz neu erfundene Wörter dabei hat, einen, der ein bisschen wie Goethes Faust klingt oder der am besten eine Übersetzung ist, dazu gern schön lang und irgendwie auffällig sperrig, dann hat der Texter vielleicht Glück (aber auch nur vielleicht, nur, wenn der Herr Richter ein leckeres Mittagessen hatte, zum Beispiel oder wenn auf dem Weg zum Gericht grad noch sein Lieblingslied im Autoradio lief). Denn dann darf man seinen Text nicht einfach so klauen. Und dann drückt einem der Onkel Richter ne kleine Münze in die Hand.

Aber manchmal gilt hier eben schon doch das Rolls-raus-Prinzip: Denn auch wenn man Fotos und Bilder und Übersetzungen nicht klauen darf, weil die einfach mal praktischerweise quasi automatisch geschützt sind, wie wahrscheinlich sicher auch das Loch im Boden, das es mal auf der documenta zu bestaunten gab, und die Erkennungsfanfare der Tagesschau, sind wir Texter da einfach ein bisschen freigiebiger. Wenn auch unfreiwillig. Da darf geklaut werden, was das Zeug hält. Denn geklaut ist zwar geklaut, aber manchmal macht das eben nix.

IMG_3494
Creative Commons License photo credit: joelogon

Was leider kaum einer weiß, der nicht selbst textet: Ein Text ist umso besser, je unauffälliger eine aufwendige Konzeption hinter der Form verschwindet. Gerade Texte, die wie ganz mühelos so mirnichtsdirnichts daherfließend daherkommen, eher schlicht und plauderig, denen sieht man die Kunst leider und gottseidank nicht so an – dennoch sind gerade die zweifellos besonders hochwertig und kunstvoll. Das kann man ja mal probieren, als Richter, so einen Text zu schreiben. Und dann kann man noch gucken, ob das nu reines Handwerk ist und nix anderes als eine Bedienungsanleitung.

(Tjaja, man denkt manchmal ganz naiv, irgendwie sei doch sicher alles irgendwie vor Klau geschützt, von den Äpfeln des Nachbarn bis zu den Daten im Netz – aber Pustekuchen! Da verliert sogar ein gutes altes Gebot von Moses Tafel an Bedeutung.)

Aber auch wenn die Kröte geschluckt ist und die Schlacht verloren, wir bleiben dran … :-)

Und ich sach ja schon immer, dass Text eher Kunst ist als Handwerk, das meint ja sogar die hochamtliche Künstlersozialkasse – aber uns fragt ja keiner.

Lieber Textdieb, dürfen wir vielleicht auch noch nen Aal drauflegen?

Read more »

Share

die konkurrenz schläft nicht.

Nee, sie textet:

Sehr geehrte Damen und Herren,

durch unsere Kreativität und Erfahrung schaffen wir Ihrem Druckreifen und
Individuellem Text ganz nach Ihren Wünschen.

… Phantasie, Ideenreichtum, Kreativität und die modernste Technik !

Soll se.

Share

man lernt nie aus. ein manifest.

ich geb’s zu, bisher kannte ich eher das blue train manifesto (was war das noch gleich? aber ich glaube, ich erkenne eins, wenn ich eins sehe, immerhin) und in der form war mir das cluetrain manifest gänzlich neu. ebenso in seiner originalfassung. aber das, was es so sagt und fordert, propagiere ich auch, zum beispiel auf meiner homepage.

unter anderem geht es um die kommunikation von mensch zu mensch – das hat weitere konsequenzen für gute werbetexte, als man spontan meinen könnte.

Diese Märkte sind Gespräche. Ihre Mitglieder kommunizieren in einer Sprache, die natürlich, offen, ehrlich, direkt, witzig und häufig schockierend ist. Ob Erklärung, Beschwerde, Spaß oder Ernst, die Stimme des Menschen ist unverkennbar echt. Sie kann nicht gefälscht werden.

Im Gegensatz dazu wissen die meisten Firmen nur mit einer gekünstelten, humorlosen und monotonen Stimme von ihren Marketing-Broschüren und “Ihr Anruf ist uns wichtig” Sprüchen zu erzählen. Der selbe alte Klang, die selben alten Lügen. Kein Wunder, dass die vernetzten Märkte keinen Respekt vor Firmen haben, die unfähig oder unwillig sind so zu sprechen wie sie.

da kann man noch konsequenter sein, als ich es derzeit bin, aber ich bin auf einem guten weg, glaub ich.

Share

nutzungsrecht – eine hassliebe.

er musste ja mal kommen – mein sermon zum thema nutzungsrecht.
ich finde geltendes recht ja zumeist prima, wenn es ordnung bringt in ein gebiet. und so ist auch das urheberrecht per se ne tolle erfindung. denn wir texter verkaufen ja nicht wirklich texte, sondern immer nur nutzungsrechte. klare sache, könnte man meinen. zumal es ja da noch den tarifvertrag vtv der alliance of german designers gibt, der agd. da sind sowohl text- als auch designleistungen tariflich festgelegt, dazu die jeweilige höhe des nutzungsrechtsentgelt, je nach einsatz der kreativen leistung.

aber viele kunden und kollegen mögen das nutzungsrechtsgedöns nicht. und so kennt kaum einer den tarifvertrag, noch weniger wird danach abgerechnet. das nutzungsrechtsentgelt ist einfach immer irgendwie schon drin im preis, auch wenn de facto zumeist rein nach aufwand abgerechnet wird. auch agentur”philosophien” wie “nutzungsrecht, machen wir generell nicht” – will heißen, das wird nie nicht vergütet, sind keine seltenheit. Read more »

Share

immer hübsch darum.

miss berlinessa said it best when she said:

Das Zauberwort ist also einzig allein das “weil”, da wir konditioniert sind, bei Begründungen (selbst wenn sie eigentlich keine sind) einer Bitte Folge zu leisten. Das “weil” ist der Trigger, die Begründung an sich ist eigentlich schnurz.

die begründung ist interessant, die könnt ihr ruhig nebenan lesen gehen, lohnt sich – eben darum. :-)

Share