5. Januar 2008 by tina
ich hab’s schonmal gesagt, angestelltenmentalität und freiberuflerdenken sind einfach zweierlei. aber müssen die denn wirklich inkompatibel sein?

als freiberufler schaltet man nicht mal eben so aus und ab. man ist flexibel, natürlich. aber die existenzsicherung mit allem drum und dran bleibt das dringendste ziel, das man ganz höchstdaselbst erreichen will und muss. ganz logisch: man arbeitet länger, wenn mehr arbeit da ist. was natürlich nicht heißt, dass man unentwegt arbeitet – es gibt solche und solche phasen.
in der firma kann man deligieren, umterminieren, auf seinem feierabend bestehen. auch angestellte arbeit ist anstrengend und verantwortungsvoll, aber eine mehr- oder minderleistung wirkt sich nicht so unmittelbar aus, das gehalt ist eben fix. es läuft und läuft und läuft. auch im urlaub oder bei krankheit. mit weihnachtsgeld obendrauf. und kündigungsschutz.
und man muss nicht neben dem eigentlichen tagwerk noch seine eigene buchhaltung sein, das mahnwesen, die abteilung für öffentlichkeitsarbeit, das art-buying, die telefonzentrale, die beratung, die rechtsabteilung, die strategische zentrale und die putzfrau (letztere outzusourcen ist ein guter plan).
keine der beiden lebensformen ist per se besser. aber was tun, wenn man über die feiertage arbeitet und von angestellten freunden nicht nur nicht verstanden wird?
“warum hat sie denn nicht auch frei?”
“sie muss doch mal ne auszeit nehmen.”
“sie muss mehr unternehmen.”
“und sie muss sich um freunde kümmern.”
(all das sind natürlich keine offen ausgesprochenen fragen, sondern nur mitschwingende verwunderungen.) Read more »