Tag: freiberufler

was macht man als freelancer mit freizeit?

Freiberufler sind vielleicht die strapazierteste Spezies unter den Selbstständigen. Sie haben zwar zumeist keine Verantwortung gegenüber (allzu vielen) Angestellten, aber sie sind auf sich gestellt. Fallen sie aus, übernimmt niemand automatisch ihre Aufgaben. Delegieren ist nicht immer ganz einfach und erfordert Partner. Die wiederum müssen erstmal Kapazitäten haben für die jeweilige Aufgabe. Aufträge abzulehnen, das erfordert wiederum manchmal ziemliche Chuzpe. Denn man weiß ja nie, wie lange es wie gut läuft. Oder zumindest erfordert es einige Erfahrung, bis man das einschätzen kann.

Das Tolle an der Freiberuflichkeit ist das “Freie”. Eigentlich, so man nicht jeden lieben langen Tag mehr oder weniger durcharbeitet, kann man sich so seine Zeit und seinen Arbeitsort ganz frei einteilen, nach Belieben sozusagen. Herrlich. Während zu viel Freizeit einen Freelancer zu Beginn der Selbstständigkeit ganz schön nervös machen kann, wird Freizeit bei guter Auftragslage zu einem lang vergessenen Phänomen – und zu einem der größten Ziele. Work-Life-Balance, ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeits- und Freizeit, lässt sich erreichen, wenn man sich ein gewisses Standing erarbeitet hat. Wenn man angemessene Honorare nehmen kann und so weniger Zeit einsetzen, weniger Aufträge annehmen muss.

Und was dann? Kristen Fisher hat bei Freelance Switch sehr anschaulich beschrieben, wie ungewohnt für Freiberufler und fast schon schwierig ein Mehr an Freizeit zunächst sein kann

While I wouldn’t say you have to learn to cope with having extra time, many freelancers have more time to pursue other things—and that can be awkward at first.

- und wie man sich dran gewöhnt: What To Do With Free Time.

Whether you have time in between assignments, or you are earning enough money not to have to work a crazy amount of hours, having extra time is a gift. And because you were brave enough to enter the freelancing lifestyle, you deserve it.

Im Weg stehen da manchmal merkwürdige innere Stimmen:

I intend to beat myself up internally, saying silly things like “You must not be working hard enough if you’re able to take the afternoon off.” That’s totally untrue.

Man kann in der neuen freien Zeit dann gar nix, was Nettes oder die Buchhaltung machen:

Sometimes I relax or enjoy a hobby, and sometimes I take the extra time to catch up on work-related things. I can easily put off accounting, for example, so any time I think, “I don’t have anything else pressing to do today,”

Genau, warum nicht mal richtig ausruhen – und auftanken fürs Geschäft?

While I don’t think you should become a couch potato, there’s nothing wrong with taking some downtime. If you can take an afternoon—or a few days—off, why not? Take some time to recharge your batteries and your business is sure to respond in thanks.

Nee, ich schreibe das nicht necessarily über mich selbst und Ähnlichkeiten mit anderen lebenden Kollegen wären rein zufällig. Aber viele werden sich sicher in dem einen oder anderen Aspekt verstanden fühlen. Gell?

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wie man blindgänger entdeckt.

Kein schönes Thema, aber als Einzelunternehmer braucht man nunmal auch ein funktionierendes Rezeptorsystem in der Bauchregion, um einschätzen zu können, ob ein Kunde passt oder nicht. Es ist (k)ein Luxus, als Freelancer wählerisch sein zu können. Man kommt selten auf grüne Zweige, wenn man mit Kunden und Konditionen hadert. Das bringt keiner Seite Spaß, gute Ergebnisse oder tolle Erfolge.

Joel Falconer hat bei Freelance Switch zusammengefasst, welche Warnzeichen man beachten sollte, wenn man eine unglückliche Kundenbeziehung erkennen und vermeiden möchte – zum Wohl aller Beteiligten.

Hier ein kleiner Auszug:

“[...] Unfortunately, many freelancers are caught in a cycle working with those dodgy clients on the bottom of the rungs and have just given up on thinking that freelancing is anything more than this. The idea of a client who pays well and on time, and doesn’t frazzle your mind with ridiculous requests and claims, is a mythical beast of ancient lore to them.”

Im kreativen Sektor variieren die gezahlten Preise enorm. Viele Designer und Texter wissen gar nicht, was möglich und angemessen ist – sie merken allerdings recht schnell, ob sie von qualifizierter Arbeit leben können oder nicht. Und das sollten sie können. :-)

2. Constantly Trying to Haggle You Down Below Industry Standard Rates

[...] Suddenly they want the mate’s rates, and not just any mate’s rates; the kind you’d give to your own grandmother (what’s that, free? $10?). In other cases, from the get-go they’ll be trying to get you down to $10 an article or weasel a $200 website from you. These are easier to shut the door on than existing clients, but still a pain in the rump.

Versuchen kann man’s mal. Das gilt wohl für Auftragnehmer wie für Auftraggeber gleichermaßen. ;-)

3. Moving Targets

Ever feel like you’re getting close to the end of a project and the client suddenly changes the goalposts? They want twelve thousand words, not eight. They want a Flash game hidden inside the website as a “special interactivity user experience market penetration strategem.” [...]

Darf’s ein bisschen mehr sein? Mehrwert, Sonderleistung und Extrawurst sind nett und bereiten beiden Seiten Freude – in einer guten Geschäftsbeziehung.

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der agd fordert primaes für text und design.

Ich prangere Ungereimtheiten im Kreativgewerbe schon länger an, hier und bei Xing und auch bei der Textguerilla - und jetzt sehe ich, dass der AGD die deutsche Politik auch schon aufgefordert hat, wer auch immer “die deutsche Politik” dann auch ist – ich hoffe, sie fühlt sich programmatisch angesprochen.

Ich will Fische adoptieren

Die Forderungen sind so richtig und wichtig, da müssen sich Fischadoptionswillige gaaanz weit hinten anstellen!

Hier kommt nur ein Auszug, die volle Forderung gibt’s hier beim AGD:

Programmatische Forderungen der AGD an die deutsche Politik zur Stärkung der Designwirtschaft als Wachstumsmotor der Kreativwirtschaft in Deutschland und Europa

Allgemeine Aussage:

Wir wünschen uns mehr Rechtssicherheit und ein stabileres berufliches Umfeld für die Klein- und Kleinstunternehmen unserer Mitglieder.
[...] Die beste Wachstumschance, die nachhaltigste Liquiditätsvorsorge und der beste Schutz vor Insolvenz ist jedoch die erfolgte Zahlung einer angemessenen Vergütung von Kreativleistungen. Daher müssen die Unternehmen und Institutionen in den Förderfokus rücken; es gilt, ein Mehr an qualifizierter Nachfrage zu erzeugen.

A) Wichtigstes Anliegen ist für die AGD, eine umfassende Rechtssicherheit für den Berufsstand der DesignerInnen herzustellen.

A1. Die Vermarktung Geistigen Eigentums durch den Designer und die weitere Verwertung durch den Auftraggeber muss eindeutiger, sicherer und einfacher werden.

A2. Im Urheberrecht muss das Vermarktungshindernis des individuellen Nachweises der Schöpfungshöhe abgeschafft werden. Designleistungen sollten generell und automatisch dem Urheberschutz unterliegen.

  • Zur Erklärung: Auf jedes der im Gesetz explizit genannten Werke der Literatur, Wissenschaft und Kunst könnte das Prinzip der Schöpfungshöhe angewandt werden, denn Trivialschöpfungen gibt es in jedem der genannten Bereiche. Journalisten und darstellenden Künstlern wird beispielsweise generell ein Urheberschutz und das Privileg des ermäßigten Umsatzsteuersatzes gewährt, obwohl auch hier nicht in jedem Fall von einer eigenschöpferischen Leistung mit außergewöhnlicher Gestaltungshöhe auszugehen ist.

A3. In Anlehnung daran sollte das Umsatzsteuerrecht angepasst werden: Designleistungen inklusive der daran vergebenen Nutzungsrechte sollten verbindlich und ohne Einzelfallprüfung dem Umsatzsteuersatz von 7% unterliegen.

  • Zur Erklärung: Das Kostenangebot im kaufmännischen Geschäftsverkehr wird unter der Vermutung der urheberrechtlichen Schutzfähigkeit des gelieferten Werkes erstellt und ist im Binnenverhältnis bindend. Eine vom Bundesfinanzhof geforderte nachträgliche Einzel-Bewertung ist weder praktikabel noch rechtsverbindlich. Evtl. Nachforderungen der Finanzbehörden aufgrund der Aberkennung der Schutzfähigkeit könnten die Existenz des Freiberuflers gefährden. Vom ermäßigten Umsatzsteuersatz würden in erster Linie öffentliche Auftraggeber und Nonprofit-Unternehmen, die nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind, profitieren. Designleistungen zu beauftragen würde für diese Auftraggeber günstiger werden.

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freie funktionieren nicht immer.

ich hab’s schonmal gesagt, angestelltenmentalität und freiberuflerdenken sind einfach zweierlei. aber müssen die denn wirklich inkompatibel sein?

resolutions

als freiberufler schaltet man nicht mal eben so aus und ab. man ist flexibel, natürlich. aber die existenzsicherung mit allem drum und dran bleibt das dringendste ziel, das man ganz höchstdaselbst erreichen will und muss. ganz logisch: man arbeitet länger, wenn mehr arbeit da ist. was natürlich nicht heißt, dass man unentwegt arbeitet – es gibt solche und solche phasen.

in der firma kann man deligieren, umterminieren, auf seinem feierabend bestehen. auch angestellte arbeit ist anstrengend und verantwortungsvoll, aber eine mehr- oder minderleistung wirkt sich nicht so unmittelbar aus, das gehalt ist eben fix. es läuft und läuft und läuft. auch im urlaub oder bei krankheit. mit weihnachtsgeld obendrauf. und kündigungsschutz.

und man muss nicht neben dem eigentlichen tagwerk noch seine eigene buchhaltung sein, das mahnwesen, die abteilung für öffentlichkeitsarbeit, das art-buying, die telefonzentrale, die beratung, die rechtsabteilung, die strategische zentrale und die putzfrau (letztere outzusourcen ist ein guter plan).

keine der beiden lebensformen ist per se besser. aber was tun, wenn man über die feiertage arbeitet und von angestellten freunden nicht nur nicht verstanden wird?

“warum hat sie denn nicht auch frei?”
“sie muss doch mal ne auszeit nehmen.”
“sie muss mehr unternehmen.”
“und sie muss sich um freunde kümmern.”
(all das sind natürlich keine offen ausgesprochenen fragen, sondern nur mitschwingende verwunderungen.) Read more »

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grenzenlos frei – freelance freedom #6.

köstlich, gar nicht lustig und absolut passend zu meinem noch nicht fertigen job produktanzeige, die dann doch keine werden soll und die erst nicht, dann doch und dann wieder doch nicht zu “locker” daherkommen soll (aktueller stand), eine weitere episode zum grenzenlosen freelance freedom von freelance switch:

freelance freedom #&

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