7. Dezember 2008 by tina
Freiberufler sind vielleicht die strapazierteste Spezies unter den Selbstständigen. Sie haben zwar zumeist keine Verantwortung gegenüber (allzu vielen) Angestellten, aber sie sind auf sich gestellt. Fallen sie aus, übernimmt niemand automatisch ihre Aufgaben. Delegieren ist nicht immer ganz einfach und erfordert Partner. Die wiederum müssen erstmal Kapazitäten haben für die jeweilige Aufgabe. Aufträge abzulehnen, das erfordert wiederum manchmal ziemliche Chuzpe. Denn man weiß ja nie, wie lange es wie gut läuft. Oder zumindest erfordert es einige Erfahrung, bis man das einschätzen kann.
Das Tolle an der Freiberuflichkeit ist das “Freie”. Eigentlich, so man nicht jeden lieben langen Tag mehr oder weniger durcharbeitet, kann man sich so seine Zeit und seinen Arbeitsort ganz frei einteilen, nach Belieben sozusagen. Herrlich. Während zu viel Freizeit einen Freelancer zu Beginn der Selbstständigkeit ganz schön nervös machen kann, wird Freizeit bei guter Auftragslage zu einem lang vergessenen Phänomen – und zu einem der größten Ziele. Work-Life-Balance, ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeits- und Freizeit, lässt sich erreichen, wenn man sich ein gewisses Standing erarbeitet hat. Wenn man angemessene Honorare nehmen kann und so weniger Zeit einsetzen, weniger Aufträge annehmen muss.
Und was dann? Kristen Fisher hat bei Freelance Switch sehr anschaulich beschrieben, wie ungewohnt für Freiberufler und fast schon schwierig ein Mehr an Freizeit zunächst sein kann
While I wouldn’t say you have to learn to cope with having extra time, many freelancers have more time to pursue other things—and that can be awkward at first.
- und wie man sich dran gewöhnt: What To Do With Free Time.
Whether you have time in between assignments, or you are earning enough money not to have to work a crazy amount of hours, having extra time is a gift. And because you were brave enough to enter the freelancing lifestyle, you deserve it.
Im Weg stehen da manchmal merkwürdige innere Stimmen:
I intend to beat myself up internally, saying silly things like “You must not be working hard enough if you’re able to take the afternoon off.” That’s totally untrue.
Man kann in der neuen freien Zeit dann gar nix, was Nettes oder die Buchhaltung machen:
Sometimes I relax or enjoy a hobby, and sometimes I take the extra time to catch up on work-related things. I can easily put off accounting, for example, so any time I think, “I don’t have anything else pressing to do today,”
Genau, warum nicht mal richtig ausruhen – und auftanken fürs Geschäft?
While I don’t think you should become a couch potato, there’s nothing wrong with taking some downtime. If you can take an afternoon—or a few days—off, why not? Take some time to recharge your batteries and your business is sure to respond in thanks.
Nee, ich schreibe das nicht necessarily über mich selbst und Ähnlichkeiten mit anderen lebenden Kollegen wären rein zufällig. Aber viele werden sich sicher in dem einen oder anderen Aspekt verstanden fühlen. Gell?