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wort zum sonntag.

Ich unterschreib Elkes Wort zum Sonntag – dabei ist das hier ist nur ein Auszug:

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich arbeite durchaus immer wieder, ach was, relativ oft, am Wochenende. Aber ganz freiwillig. […]  ich will und erwarte trotzdem, dass meine Kunden respektieren, dass ich wie jeder andere festangestellte Arbeitnehmer ein prinzipiell arbeitsfreies Wochenende habe. Und dass ich mir nicht “einfach so” und ohne Extrabezahlung einen Auftrag übers Wochenende geben lasse, weil mein Wochenende mein Wochenende bleiben soll.

(Wobei ich immer offene Geschäfte als Spätshopperin erstmal prima finde. ;-))

abrechnung mit der krankenkasse oder wtf ist ein kassenrabatt?

Krankenkasse oder kranke Kasse? Irgendwas scheint mir hier jedenfalls zu kranken.

Bei der vorliegenden Abrechnung gibt es erst eine gute Nachricht: Hey, das abzurechnende Medikament wird komplett von der Kasse übernommen! Brutto-Erstattungssumme 35,80 €. Eigentlich.

krankenkasse-abrechnung

Denn erstmal gehen 10 € Zuzahlung ab, dann noch 5,82 € Kassenrabatt, den ich nie jemandem gewährt hab und den ich auch nicht schlüssig in einem Anlauf ergoogeln konnte (da stand immer nur was von Geld, dass Apotheker an Krankenkassen zahlen müssen und ich wüsste nicht, dass ich Apothekerin wäre), dann noch ein Verwaltungskostenabschlag von 3,00 €. Dabei war ich eigentlich davon ausgegangen, dass mein Beitrag auch die Verwaltung desselben beinhaltet? Also ich bezahle, dass die Krankenkassenmitarbeiter in ihren Listen nachschlagen, wie viel Zuzahlung es jeweils gibt? Gibt es dazu keine Software zum intelligenten Abgleich? Wahrscheinlich nicht, sonst würde sich ein solcher Posten wohl auf meiner Abrechnung finden.

Bleiben am Ende 16,98 € von den 35,80 €, die eigentlich erstattet werden, die auf meinem Konto landen – meistens Wochen später. Wie gut, dass ich eine private ambulante Zusatzversicherung hab. Nicht ganz so gut, dass die dann auch nur bis zu 90 % von der Gesamtsumme übernimmt, aber immerhin.

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i’d like the highlights, but i can only pay for a trim.

Ich hab als Freelancerin und Texterin nur (noch) nette und respektvolle Kunden, aber seeehr bekannt kommt mir das alles trotzdem vor:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=JI3Df7-KFtw[/youtube]

Wirklich merkwürdig, dass gerade bei unseren Gewerken Text, Design und Webdesign immer dieser Basarkram passiert. Warum eigentlich? Weil wir von Luft und Liebe leben oder immer von den ominösen anderen Projekten, aber nicht von diesem? Ein Glück, dass wir für Wohnen, Essen, Fahren und Altersvorsorgen keine Kosten haben, auch nicht in ein Studium investiert haben. Sonst könnten wir ja nicht völlig frei entscheiden, ob wir für 10 Euro arbeiten oder für 100 die Stunde. Es hängt alles nur von ein bisschen Goodwill unsererseits ab – ja, so ist das …

via Textguerilla von Julia über Blogdrauf

was macht man als freelancer mit freizeit?

Freiberufler sind vielleicht die strapazierteste Spezies unter den Selbstständigen. Sie haben zwar zumeist keine Verantwortung gegenüber (allzu vielen) Angestellten, aber sie sind auf sich gestellt. Fallen sie aus, übernimmt niemand automatisch ihre Aufgaben. Delegieren ist nicht immer ganz einfach und erfordert Partner. Die wiederum müssen erstmal Kapazitäten haben für die jeweilige Aufgabe. Aufträge abzulehnen, das erfordert wiederum manchmal ziemliche Chuzpe. Denn man weiß ja nie, wie lange es wie gut läuft. Oder zumindest erfordert es einige Erfahrung, bis man das einschätzen kann.

Das Tolle an der Freiberuflichkeit ist das „Freie“. Eigentlich, so man nicht jeden lieben langen Tag mehr oder weniger durcharbeitet, kann man sich so seine Zeit und seinen Arbeitsort ganz frei einteilen, nach Belieben sozusagen. Herrlich. Während zu viel Freizeit einen Freelancer zu Beginn der Selbstständigkeit ganz schön nervös machen kann, wird Freizeit bei guter Auftragslage zu einem lang vergessenen Phänomen – und zu einem der größten Ziele. Work-Life-Balance, ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeits- und Freizeit, lässt sich erreichen, wenn man sich ein gewisses Standing erarbeitet hat. Wenn man angemessene Honorare nehmen kann und so weniger Zeit einsetzen, weniger Aufträge annehmen muss.

Und was dann? Kristen Fisher hat bei Freelance Switch sehr anschaulich beschrieben, wie ungewohnt für Freiberufler und fast schon schwierig ein Mehr an Freizeit zunächst sein kann

While I wouldn’t say you have to learn to cope with having extra time, many freelancers have more time to pursue other things—and that can be awkward at first.

– und wie man sich dran gewöhnt: What To Do With Free Time.

Whether you have time in between assignments, or you are earning enough money not to have to work a crazy amount of hours, having extra time is a gift. And because you were brave enough to enter the freelancing lifestyle, you deserve it.

Im Weg stehen da manchmal merkwürdige innere Stimmen:

I intend to beat myself up internally, saying silly things like “You must not be working hard enough if you’re able to take the afternoon off.” That’s totally untrue.

Man kann in der neuen freien Zeit dann gar nix, was Nettes oder die Buchhaltung machen:

Sometimes I relax or enjoy a hobby, and sometimes I take the extra time to catch up on work-related things. I can easily put off accounting, for example, so any time I think, “I don’t have anything else pressing to do today,”

Genau, warum nicht mal richtig ausruhen – und auftanken fürs Geschäft?

While I don’t think you should become a couch potato, there’s nothing wrong with taking some downtime. If you can take an afternoon—or a few days—off, why not? Take some time to recharge your batteries and your business is sure to respond in thanks.

Nee, ich schreibe das nicht necessarily über mich selbst und Ähnlichkeiten mit anderen lebenden Kollegen wären rein zufällig. Aber viele werden sich sicher in dem einen oder anderen Aspekt verstanden fühlen. Gell?

der agd fordert primaes für text und design.

Ich prangere Ungereimtheiten im Kreativgewerbe schon länger an, hier und bei Xing und auch bei der Textguerilla – und jetzt sehe ich, dass der AGD die deutsche Politik auch schon aufgefordert hat, wer auch immer „die deutsche Politik“ dann auch ist – ich hoffe, sie fühlt sich programmatisch angesprochen.

Ich will Fische adoptieren

Die Forderungen sind so richtig und wichtig, da müssen sich Fischadoptionswillige gaaanz weit hinten anstellen!

Hier kommt nur ein Auszug, die volle Forderung gibt’s hier beim AGD:

Programmatische Forderungen der AGD an die deutsche Politik zur Stärkung der Designwirtschaft als Wachstumsmotor der Kreativwirtschaft in Deutschland und Europa

Allgemeine Aussage:

Wir wünschen uns mehr Rechtssicherheit und ein stabileres berufliches Umfeld für die Klein- und Kleinstunternehmen unserer Mitglieder.
[…] Die beste Wachstumschance, die nachhaltigste Liquiditätsvorsorge und der beste Schutz vor Insolvenz ist jedoch die erfolgte Zahlung einer angemessenen Vergütung von Kreativleistungen. Daher müssen die Unternehmen und Institutionen in den Förderfokus rücken; es gilt, ein Mehr an qualifizierter Nachfrage zu erzeugen.

A) Wichtigstes Anliegen ist für die AGD, eine umfassende Rechtssicherheit für den Berufsstand der DesignerInnen herzustellen.

A1. Die Vermarktung Geistigen Eigentums durch den Designer und die weitere Verwertung durch den Auftraggeber muss eindeutiger, sicherer und einfacher werden.

A2. Im Urheberrecht muss das Vermarktungshindernis des individuellen Nachweises der Schöpfungshöhe abgeschafft werden. Designleistungen sollten generell und automatisch dem Urheberschutz unterliegen.

  • Zur Erklärung: Auf jedes der im Gesetz explizit genannten Werke der Literatur, Wissenschaft und Kunst könnte das Prinzip der Schöpfungshöhe angewandt werden, denn Trivialschöpfungen gibt es in jedem der genannten Bereiche. Journalisten und darstellenden Künstlern wird beispielsweise generell ein Urheberschutz und das Privileg des ermäßigten Umsatzsteuersatzes gewährt, obwohl auch hier nicht in jedem Fall von einer eigenschöpferischen Leistung mit außergewöhnlicher Gestaltungshöhe auszugehen ist.

A3. In Anlehnung daran sollte das Umsatzsteuerrecht angepasst werden: Designleistungen inklusive der daran vergebenen Nutzungsrechte sollten verbindlich und ohne Einzelfallprüfung dem Umsatzsteuersatz von 7% unterliegen.

  • Zur Erklärung: Das Kostenangebot im kaufmännischen Geschäftsverkehr wird unter der Vermutung der urheberrechtlichen Schutzfähigkeit des gelieferten Werkes erstellt und ist im Binnenverhältnis bindend. Eine vom Bundesfinanzhof geforderte nachträgliche Einzel-Bewertung ist weder praktikabel noch rechtsverbindlich. Evtl. Nachforderungen der Finanzbehörden aufgrund der Aberkennung der Schutzfähigkeit könnten die Existenz des Freiberuflers gefährden. Vom ermäßigten Umsatzsteuersatz würden in erster Linie öffentliche Auftraggeber und Nonprofit-Unternehmen, die nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind, profitieren. Designleistungen zu beauftragen würde für diese Auftraggeber günstiger werden.

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zehn zeichen.

freelance switch ist immer für einen guten rat oder kleinen tritt in den allerwertesten gut.

heute:

zehn zeichen, dass du zu wenig verlangst

dieses besonders treffliche preisniveau zu finden, mit dem man ein großartiges einkommen hat, ohne kunden zu verschrecken, ist eines der meist gefragten themen auf freelanceswitch. nur mal zum spaß gibt’s hier zehn zeichen dafür, dass du vielleicht viiiiel zu wenig nimmst …

#10:
dein kunde hält deinen tagessatz für deinen stundensatz.

#9:
du hast jeden job bekommen, um den du jemals gepitched hast.

#8:
obwohl du 80-stunden-wochen arbeitest, qualifiziert dich dein einkommensniveau für zahlungen der fürsorge.

#7:
neue kunden fragen immer, wo der haken ist.

#6:
kunden zahlen deine rechnungen immer bar aus der tasche.

#5:
andere freelancer schicken dir regelmäßig schmähbriefe.

#4:
deine alten kunden denken nicht mal dran, dich zu fragen, was etwas kosten wird.

#3:
dir mangelt es nie an arbeit, trotzdem lebst du von gebackenen bohnen und 2-minuten-nudeln.

#2:
dein 12 jahre alter bruder verdient mehr taschengeld als du, wenn er burger wendet.

… und das zeichen #1 dafür, dass du vielleicht ein wenig zu wenig berechnest, ist:
firmen aus indien rufen dich an, weil sie ihre arbeit bei dir outsourcen möchten.