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was is ambach?

Während man bei Berlinessa mit nem tollen deutschen Wort gar schröcklich tolle Preziosen aus’m großen Apfel zur Selbstnochverschönerung gewinnen kann (bis Montag noch, also husch husch!), fragt mich gestern meine Schwester so: „Sag mal, ambach ist doch ein Wort, oder?“ Und ich so: „Klar is das ein Wort.“ Ein ziemlich propperes sogar.

Also was is nu ambach?

was ist denn eigentlich kommunikationswissenschaft?

Nee, als Kommunikationswissenschaftler arbeite ich nicht bei der Telekom (heißt die überhaupt noch so?) und repariere auch keine Telefone. Womit man sich im Studium der Kommunikationswissenschaft so rumgeschlagen hat, erläutert ganz hübsch der Eintrag Kommunikationswissenschaft bei Wapedia. Zu wissen, wie man kommuniziert, warum man das tut, welche Motivationen, Zusammenhänge und Störungen es geben kann, ja doch, das hilft eindeutig bei der nur scheinbar profanen Arbeit als Werbetexter.

Das Arbeitsgebiet der Kommunikationswissenschaft überschneidet sich mit der Medienwissenschaft, deren Ansatz stärker sprach- und geisteswissenschaftlich angelegt ist.

Ach ja? Das überrascht mich dann schon. Immerhin hab ich meinen Abschluss von der geisteswissenschaftlichen Fakultät, wenn ich mich da richtig erinnere …

Aber auch, wenn’s hier und da mal ne kognitive Dissonanz gibt zwischen dem Gelesenen und dem Gelernten, lohnt es sich für Interessierte doch, da mal reinzugucken:

Inhaltsverzeichnis:
1. Forschungsfelder
2. Teildisziplinen
3. Geschichte
4. Publizistikwissenschaft = Kommunikationswissenschaft?
5. Forschungsmethoden
6. Theorien
7. Begriffe der Kommunikation
8. Studienmöglichkeiten
9. Literatur
10. Einzelnachweise
11. Weblinks

verweigern gibt 12 punkte.

Uiuiui, das nenn ich aber mal schlechte Krisenkommunikation.

Da muss man sich ja nur eine dieser nölfunddrölfzig Checklisten angucken für richtige Krisenkommunikation und da noch nicht mal alle Punkte, um zu sehen, dass hier mächtig was schief gelaufen ist. Zum Beispiel diese Liste hier:

Wenn Sie sprechen:

1. Suchen Sie den Dialog – Probleme ansprechen, Fragen beantworten, nicht ausweichen.

2. In Krisenzeiten übernimmt der Chef persönlich die Information.

3. Nur einer spricht – eine Botschaft – keine Widersprüche.

4. Informationsfluss nicht abbrechen lassen.

5. Information sofort und ohne Verzögerung weitergeben.

6. Verpacken Sie die Fakten in klare Botschaften.

7. Sagen Sie die Wahrheit. Vertuschen oder beschönigen Sie nichts.

Fail deluxe. Findet auch René von Nerdcore, wo ich’s gefunden hab. Da steht dann auch mehr zum eigentlichen Thema.

will work for koje.

Beim lieben Wortfeilerchen bin ich drauf gestoßen: Auf die Geschichte von Holger Steffens (liebes Pony, hast du schon gemerkt, was deine sprechende URL da sagt? Guck mal: „…/2009/10/i-proudly-present-holger-steffens-hand.html“ :-)), der per Anhalter in gewissem Sinne durch die Galaxis gereist ist. Nicht in Lichtjahren gemessen, sondern in Flussmeilen oder wie auch immer das heißt. Er hat sich nämlich per Schiffstop von Bord zu Bord durchgewurschtelt, von Cuxhaven bis Henrichenburg (ist nicht nur das halbwegs bekannte Schiffshebewerk, sondern auch ein Stadtteil, der zu meiner Heimatstadt gehört) und dabei nicht nur eine geographische, sondern auch eine Weltenreise gemacht.

Ich bin ja auch mal per Auto … aber das war von Castrop bis Flensburg. Und von da sind wir mit’m Bus weiter nach Sylt. Zu einigen Zivifreunden, die jetzt in Berlin und Südafrika leben, und zum Surf Worldcup. Ach ja, damals. :-)

Von meiner Reise gibt’s meines Wissens keine dokumentierte Manifestation physischer oder nur virtueller Natur, von Holger Steffens Odyssee (mit oder ohne Sirenen und Zyklopen, ich weiß es nicht, da ich das Buch noch nicht gelesen hab) schon: „Hand gegen Koje“. (Ist ein Buch, hab ich ja jetzt schon vorweggenommen gehabt.)

Dazu gibt es diesen einladenden Trailer. Und wann kommt das Hörbuch? Wenn das mal nicht ne gelungene Mischung sein dürfte aus „Ich bin dann mal weg“ und „Ein Mann, ein Fjord“ …

honi soit qui mal y pons.

Kommen wir vom worst case zum Beispiel für best practice. Und quasi gleich zur Gretchenfrage: Mach ich’s für Geld oder Geschenke? Klar, ich bin ja Werbetexterin. Damit in gewisser Weise käuflich. Aber dennoch nicht für jeden Scheiß zu haben. Also lautet die Antwort: Ja, wenn’s passt. Und bei Pons passt’s, wie Arsch auf Eimer. Denn da ist ein Überraschungsmoment, da ist Relevanz, da ist Liebe zum Detail und da ist NUTZEN. Dazu, als Add-on sozusagen, ist da auch noch ganz viel Herz.
pons mailing

Also, das war gestern so: Just in dem Moment, als ich per E-Mail von Susi höre, dass es diese Aktion gibt, bringt mein Schwesterherz die Post rein (als Generation Upload, digitale Bohème und all das komme ich meist erst spät am Briefkasten vorbei). Dabei ist Post von Pons. Mit einem Schulheft drin. Jetzt wusste ich ja leider schon, worum es dabei ging, aber ich war trotzdem neugierig – zu Recht, weil jedes Mailing individuell gestaltet wurde und ich noch nicht wissen konnte, welchen meiner Beiträge man wohl gewählt hat, wie viele Fehler gefunden und so weiter.

Wow, ein eigenes handschriftlich ins Heft eingetragenes Schreiben an die Eltern, das Bezug nimmt auf den eingeklebten, von mir verfassten und von Pons-Lehrerin Anne Pelzer korrigierten Artikel und geschickt eine eloquente Brücke schlägt zum Thema und zum neuen Produkt, der „Deutsche Rechtschreibung Online“. Das nenn ich mal „Kunden ernst nehmen und trotzdem mit Augenzwinkern kommunizieren“!

Vorgeknöpft hatte sich Frau Lehrerin bei mir den Aufsatz zur Weltraum-Bettdecke. (Wahrscheinlich, weil da der allereinzigste Tippfehler der ganzen Seite drinsteckte.) Die Überleitung von den heißen Nächten zu sich im Hitzedelirium einschleichenden Fehlern wirkte nicht mal sonderlich überbemüht konstruiert.

pons mailing

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das wannabe-pronomen.

Immer mal wieder kreuzt es meinen Weg, das Erkennungszeichen überambitionierter Hobbytexter. Es ist unauffällig und doch sperrig, kommt palim-palim daher wie ein einfaches, nützliches kleines Pronomen und schreckt mich doch bei jeder Begegnung auf, als trüge es ein blinkendes Blaulicht auf dem Kopf. Es ist so einfach vermeidbar, so unschön und es verrät so viel. Ja, da bin ich arrogant – ich werte es als Zeichen mangelnden sprachlichen Selbstbewusstseins, das unbemüht und distinguiert daherschlendern soll, auf mich aber einen ganz einen anderen Eindruck macht. Den mangelnden kulturellen Kapitals, einen hölzernen, ungelenken, überambitionierten, ganz danebenen. Warum um Himmels Willen kann man nicht einfach die wunderschönen, schon in der Sesamstraße zu Recht gefeierten „der, die, das” benutzen? Ausdrücke mit gleichem Bedeutungsumfang und unprätentiöser Lässigkeit? Warum muss es denn unbedingt „Bezogen auf das Internet sind Texte gemeint, welche im Internet mehrmals vorkommen” heißen?! Aber: Wenn jeder schreiben könnte, das wär ja auch nix. ;-) Also: Lasst Profis ran.