texterei

hammer time again.

Kann schon sein, dass ich eine MyHammer-Voyeuristin bin. Aber neben erschröcklichem Dumping finden sich da eben auch immer so entzückende Stilblüten. Die Ausschreiben zeigen eben auch eindrucksvoll, wie schwierig es ist, auch nur ein paar Sätze geradeaus zu schreiben und mit welchem mehr oder weniger außergewöhnlichen Talent wir Texter da jeden Tag so arbeiten … ;-)

Da gibt’s welche, die suchen … Programmierer mit drogeninduzierter visueller Halluzination?

hallo, ich suche einen visierten flash programmierer, der mir eine flash seite erstellt. sie sollte über eine startseite, eine kontaktverbindung ( emai an mich ) und eine portfolio option enthalten.

… oder professionelle Werbung für die eigene Werbeagentur, von der sie schon jetzt wissen, wie pflegeleicht die sein wird:

Sehr geehrter Auftraggeber,
wir benötigen für unsere Werbeagentur eine professionelle Website, da diese als Aushängeschild für uns dient. Es wird ca. 30 Unterseiten geben und leicht zu pflegen sein.

Manche beginnen ihre Anfrage mit “und zwar” …

Hallo!! Und zwar suche ich jemanden der für mich eine Internetseite bekannt machen kann.
Habe da einen Autoregger und die Seite soll also gut gesehen werden.

… manche wollen sogar geschriebene Bilder:

Wir suchen einen zuverlässigen Texter der uns einen Text für eine Broschüre schreibt.
Gemacht werden soll: Es sollen Text und Bilder für eine 4 Seitige Broschüre geschrieben werden. Ein Teil des Textes (Die Leistungen als Liste) ist schon vorhanden.

… und wieder andere wünschen sich gar Unmögliches:

Die Texte gehen vollständig und exklusiv in unser Eigentum über.

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wo ich arbeite: in der werbung.

von where I work now, part II – trees are people too.

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i’d like the highlights, but i can only pay for a trim.

Ich hab als Freelancerin und Texterin nur (noch) nette und respektvolle Kunden, aber seeehr bekannt kommt mir das alles trotzdem vor:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=JI3Df7-KFtw[/youtube]

Wirklich merkwürdig, dass gerade bei unseren Gewerken Text, Design und Webdesign immer dieser Basarkram passiert. Warum eigentlich? Weil wir von Luft und Liebe leben oder immer von den ominösen anderen Projekten, aber nicht von diesem? Ein Glück, dass wir für Wohnen, Essen, Fahren und Altersvorsorgen keine Kosten haben, auch nicht in ein Studium investiert haben. Sonst könnten wir ja nicht völlig frei entscheiden, ob wir für 10 Euro arbeiten oder für 100 die Stunde. Es hängt alles nur von ein bisschen Goodwill unsererseits ab – ja, so ist das …

via Textguerilla von Julia über Blogdrauf

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schmuckes für texter.

Aber auch für nen Autor, Lektor, Journalisten oder Schreibmaschinenmechaniker passend, der die Gehänge mit den güldenen dicken Dollarzeichen am Wochenende mal ablegt:

gesehen bei Shana Logic

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twitter ist der neue mac.

Grad bin ich wieder mal auf ein Also-ich-twitter-ja-nicht-Bekenntnis (nur als pars pro toto genannt) gestoßen, derlei gibt es mittlerweile unzählige.

Ich darf dazu bemerken: Das Medium ist nicht immer die Message.

Und Twitter ist freiwillig. Das Einloggen, das Schreiben, das Lesen, das Kommunizieren, das Auswählen der Follower, die Frequenz des Reinguckens, aber auch das Weggucken.

Mich nervt Twitter überhaupt nicht, aber die Ich-twitter-nicht-weil-Beiträge haben schon ne ziemliche Frequenz – die nerven mich nicht, weil sie mich interessieren, aber verwundern tun sie mich schon.

tweet: my history class hates me because i have a twitter

Kein Mensch schreibt drüber, ob er denn nun noch handschriftliche Briefe schreibt, ob er bei Youtube reinguckt oder nicht, ob er das Internet nutzt oder nicht (gut, Blogeinträge darüber, warum jemand nicht bloggt, das findet man per se selten).

Bei jedem Kommunikationskanal, bei jedem Medium kommt’s doch auf den Inhalt an. Klar gibt’s bei Youtube Schrott, in Briefen geistigen Müll und bei Twitter Nichtigkeiten. Aber normalerweise ist die Reaktion auf Ablehnung doch Desinteresse und einfaches Ignorieren?

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ich rätsle mir hier nen wolf …

und komm weder auf das kölsche Bierbehältnis noch aufs Online-Zeitschriften-Portal. Aber das is auch nicht so schlimm, denn als Protextlerin will ich ja auch gar nicht selber teilnehmen beim aktuellen Protext-Gewinnrätsel, ersonnen vom Oberrätselfuchs Biggi (der ich mich hiermit vorerst geschlagen gebe ;-)). Und das unverzichtbare Kompendium für Freie, den Treffpunkt Text: Das Handbuch für Freie in Medienberufen, hab ich auch schon lange. Wobei der gerade bei meiner Schwester weilt, denn einen Treffpunkt Design gibt’s einfach noch nicht – in der Form.

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das wannabe-pronomen.

Immer mal wieder kreuzt es meinen Weg, das Erkennungszeichen überambitionierter Hobbytexter. Es ist unauffällig und doch sperrig, kommt palim-palim daher wie ein einfaches, nützliches kleines Pronomen und schreckt mich doch bei jeder Begegnung auf, als trüge es ein blinkendes Blaulicht auf dem Kopf. Es ist so einfach vermeidbar, so unschön und es verrät so viel. Ja, da bin ich arrogant – ich werte es als Zeichen mangelnden sprachlichen Selbstbewusstseins, das unbemüht und distinguiert daherschlendern soll, auf mich aber einen ganz einen anderen Eindruck macht. Den mangelnden kulturellen Kapitals, einen hölzernen, ungelenken, überambitionierten, ganz danebenen. Warum um Himmels Willen kann man nicht einfach die wunderschönen, schon in der Sesamstraße zu Recht gefeierten „der, die, das” benutzen? Ausdrücke mit gleichem Bedeutungsumfang und unprätentiöser Lässigkeit? Warum muss es denn unbedingt „Bezogen auf das Internet sind Texte gemeint, welche im Internet mehrmals vorkommen” heißen?! Aber: Wenn jeder schreiben könnte, das wär ja auch nix. ;-) Also: Lasst Profis ran.

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