warum würstchen?

Ich hab’s nie verstanden, warum es zu Weihnachten bei so vielen Menschen Würstchen gibt. Das ist doch nicht lecker. Und ne gute Frage. Die Antworten sind inhaltlich ganz interessant, wenn auch viele sprachlich wehtun (ich sag nur “Urkristen”, “Cordeau Blue” und “Kekese”).

Also vom Zeitmangel in der 6-Tage-Woche über den Fokus auf den ersten und zweiten Feiertag bis zum solidarischen Volksessen ist alles dabei an Gründen, warum an diesem einen Feiertag der Aufwand mal klein gehalten werden soll. Ich freu mich allerdings, dass es bei uns nie Würstchen und Kartoffelsalat gibt, weder zu Weihnachten noch sonst. Ich find das nämlich gar nicht lecker, Prof. Wurst möge mir verzeihen. Aber ebenda (bzw. eigentlich im da präsentierten Wurst-Buch) findet sich auch einer der Gründe für meine fehlende Affinität zu Wurst und Gemengemayosalat:

Ethymologisch ist Wurst ein Gemenge, ein Mischmasch – man weiß nicht, was darinnen ist. Und will man es wissen?

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Comments

  1. knut sagt:

    bei uns zuhause gab es auch nie würstchen und kartoffelsalat, aber bei oma.
    ich denke daher auch, daß es tlw. eine art “traditionsübernahme” aus zeitgründen war. oma hatte eine sehr große familie, war streng katholisch und kirchengängerin (natürlich auch zu weihnachten) und der christbaum wurde noch mit echten kerzen und lametta versehen. ;) dazu tausende von geschenken, keksen etc.pp. für die kinder, enkel usw.
    das würde mir dann auf jeden fall vom zeitlichen gesichtspunkt und wegen der vielen kinder vom preis her einleuchten.

  2. Susi sagt:

    Der Urkrist und die Wurst. Tja, da fällt mir auch nix zu ein. Außer Wundern. ;-)

  3. tina sagt:

    Ja, einige Erklärungen sind halbwegs plausibel. Aber Jesus hat Geburtstag und es gibt Würstchen – ich finde das nach wie vor befremdlich. Dann lieber irgendwas Leckeres in aufgewärmt statt Wurstmassenformfleisch und Mayomatsch. Aber ich hab’s auch einfach nicht so mit Mayosalaten und solchen, wo man nicht genau weiß, was man da isst …

    Wundern, ja! :-)

  4. Daniela sagt:

    Auch bei uns gab es früher Würstchen mit Kartoffelsalat. Auch eine von Oma übernommene Tradition. Warum?
    Also erstens ist Heiligabend ja kein Feiertag. Heute haben da fast alle frei, aber früher war das nicht so. Das Zeitargument leuchtet mir also durchaus ein. Nach der Arbeit bei vielen noch der Kirchgang. Den Kartoffelsalat kann man prima vorbereiten, die Würstchen sind schnell vorbereitet.

    Ich vermute, dass der ausschlaggebende Grund der Preis war. Es ist ein billiges Essen. An den zwei Feiertagen aufwendig zu kochen ist schon teuer genug. Meine Eltern hatten nicht so viel Geld, meine Großeltern während und nach dem Krieg erst recht nicht.

    Auch bei uns gibt es heute an Heiligabend nur etwas schnelles. Wir gehen in die Kirche, danach ist Bescherung. Die Kinder wollen mit ihren Geschenken spielen und haben keinen Nerv, lange am Tisch herumzusitzen. Das müssen sie an den folgenden beiden Tagen bei den Omas.

    Ach ja, und ICH finde das durchaus lecker!

  5. Daniela sagt:

    Also Susi, wenn es nach meinem Vater geht, dann ist an einem Kartoffelsalat kein Gramm Mayo! Es gibt da so viele Rezepte.

  6. tina sagt:

    Hallo Daniela, die Mayokritikerin bin ich, wie Susi das sieht, weiß ich nicht. Aber ich schätze mal, in Bayern ist jede Menge mayoloser Kartoffelsalat zuhause.

    Das mit dem geringeren Preis und Aufwand versteh ich, aber da gibt’s doch noch mehr Gerichte, auf die das zutrifft. :-) Komisch, dass sich da eins von eingebürgert hat. Und auch komisch, dass eben nur einmal im Jahr da Rücksicht auf die Mutter in der Küche genommen wird – nicht mal am Muttertag gibt’s doch traditionell nur Würstchen?

    Ich find allerdings auch, dass man an den beiden Feiertagen nicht unbedingt zweimal dickes Festessen braucht – oder doch, wenn man einmal lecker und einmal die Reste isst. ;-)

  7. Prof. Wurst sagt:

    Hallo Tina,
    Also, weil ich eine sehr nette und tolerante Wurst bin, verzeihe ich dir natürlich! ;-)

    Eine Wurst ist ein Gemenge, das stimmt, wie so viele andere Speisen auch, angefangen von Aufläufen, Salaten, usw. bis hin zu asiatischen Gemüse-Mischmasch-Speisen. Und ja, manchmal weiß man auch nicht was drinnen ist. Deshalb würde ich auch nicht jede angebotene Wurst essen.
    Ich will auf jeden Fall wissen, was drinnen ist, genauso, wie ich wissen will, was in einem asiatischen Gericht alles hineingemischt wurde. Am besten geht man zu dem Metzger seines Vertrauens und kauft nicht irgendwelche Massenware in großen Einkaufszentren. Damit fährt man sicher gut und man braucht nicht mal fragen, was drinnen ist, denn man kann sich sicher sein, dass er keinen Mist rein gibt in seine Wurst. Außerdem unterstützt man dann noch die einheimische Wirtschaft, was ja auch ein Vorteil ist.

    Und noch kurz zum eigentlichen Thema deines Beitrags: Ich vermute, dass man zu Weihnachten ganz einfach mal seine Ruhe haben will, nach all dem Trubel und nicht groß aufkochen will. Deshalb haben sich so einfache Speisen eingebürgert. Die einen machen Suppe, die anderen Würstchen mit Salat und wieder andere machen sich eine kalte Platte. Bei mir gibt’s übrigens auch keine Wurst zu Weihnachten – ich esse unter dem Jahr schon genug Würste… :-D
    Also dann, beste Grüße aus Innsbruck,
    Prof. Wurst

  8. Prof. Wurst sagt:

    @susi:
    “Der Urkrist und die Wurst.” ist gut. Muss ich mir mal Gedanken machen und was drüber schreiben…

    @tina:
    Übrigens kann man doch das alles selber machen. Dann weiß man was drinnen ist ist diesen Speisen. Auch Wurst könntest du selber machen. :-)

    @daniela:
    Ich stimme dir voll und ganz zu…

  9. knut sagt:

    @tina:
    daniela sagt da noch etwas wichtiges. heilig abend ist ja eigentlich auch noch nicht weihnachten. und am ersten weihnachtstag gab es dann auch bei omma(!) etwas schckeres, wenn ich mich recht erinnere…
    finde ich aber mal interessant darüber nachzudenken. ;)

  10. tina sagt:

    Wurst selber machen, so weit kommt’s noch, mit Därmen hantieren am heiligen Feiertag … :-)
    Für mich ist ne Wurst mal lecker, aber eben nicht weihnachtlich.

    Ja, da war früher noch Fastenzeit und Arbeitstag, am Heiligabend, aber Jesus hatte doch am 24. Geburtstag, oder?

  11. wortfeilchen sagt:

    Bei uns gibt es traditionell am 24. etwas Fremdländisches, quasi als Kontrastprogramm zum üblichen Deutschen. Selbstgemachte Cannelloni fanden sich schon auf unserem Tisch ein oder auch asiatisches Essen. Liegt auch daran, dass ich Würstchen nicht sonderlich mag und Mayopampe auch nicht. Andererseits kann ich ebenfalls auf die Weihnachtsente bzw. -gans verzichten …

    Hat Jesus nicht offiziell am 25. Geburtstag, aber eigentlich im März? Da war doch was.

    Wie steht es eigentlich mit Eintopf am Samstag? Gibt es das noch? Generationen aßen jeden Samstag Suppe.

  12. Andrea sagt:

    Ja, Wurst geht schnell. Früher gabs immer Braten, aber wenn ich selbst in die Küche muss, was koche ich dann? Pfff… Und Kartoffelsalat kann man ja auch ohne Mayo machen, wenigstens was.

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