twitter ist der neue mac.

Grad bin ich wieder mal auf ein Also-ich-twitter-ja-nicht-Bekenntnis (nur als pars pro toto genannt) gestoßen, derlei gibt es mittlerweile unzählige.

Ich darf dazu bemerken: Das Medium ist nicht immer die Message.

Und Twitter ist freiwillig. Das Einloggen, das Schreiben, das Lesen, das Kommunizieren, das Auswählen der Follower, die Frequenz des Reinguckens, aber auch das Weggucken.

Mich nervt Twitter überhaupt nicht, aber die Ich-twitter-nicht-weil-Beiträge haben schon ne ziemliche Frequenz – die nerven mich nicht, weil sie mich interessieren, aber verwundern tun sie mich schon.

tweet: my history class hates me because i have a twitter

Kein Mensch schreibt drüber, ob er denn nun noch handschriftliche Briefe schreibt, ob er bei Youtube reinguckt oder nicht, ob er das Internet nutzt oder nicht (gut, Blogeinträge darüber, warum jemand nicht bloggt, das findet man per se selten).

Bei jedem Kommunikationskanal, bei jedem Medium kommt’s doch auf den Inhalt an. Klar gibt’s bei Youtube Schrott, in Briefen geistigen Müll und bei Twitter Nichtigkeiten. Aber normalerweise ist die Reaktion auf Ablehnung doch Desinteresse und einfaches Ignorieren?

Dieses mühevolle Auseinandersetzung mit einem Ding, das man überflüssig findet, das hat schon was. Eine Art sozialen Druck scheint man da schon zu fühlen, sich zumindest mal dazu äußern zu wollen? So eine Polarisierung kenn ich sonst nur von Mac vs. PC. :-)

Ich twittere übrigens gern. Momentan nur sporadisch, aber bestimmt irgendwann wieder lebhafter. Alles ganz entspannt. Und irgendwann soll sich zu meinem PC noch ein McBook dazugesellen. Ganz undogmatisch und freiwillig. ;-)

Schade, dass ich meine Magisterarbeit schon geschrieben hab, Twitter wäre ein spannendes Thema gewesen.

7 Gedanken zu „twitter ist der neue mac.

  1. Pingback: Und wieder Twitter « Textsektor

  2. Enrico

    Klasse Beitrag, es scheint mir aber ein typisch deutsches Syndrom zu sein zu allem und jedem eine (meist negative) Meinung zu haben!

  3. tina Artikelautor

    Mich nervt vor allem diese Funktionialisierung. Twitter fürs Marketing, Twitter als Nachrichtenkanal. Will es doch per se gar nicht sein. Hab ich grad schon bei Julia im Textsektor geschrieben, einfach mal Spaß machen, zum Zwitschern zwischendurch, das ist irgendwie nicht zugelassen.

    Dabei würde es als Marketingtoolchen gar nicht erst in Betracht kommen, wenn es nur aus Marketinggetwitter bestehen würde … ;-)

    Und ich bin so herrlich liberal, ich würde nicht mal jemanden dafür verurteilen, berichtete er oder sie übers Fußnägelschneiden. ;-) Es gibt doch auch Weil-Motive, nicht immer nur Um-zu-Kram … :-)

    Das mag typisch deutsch sein, ja.
    (siehe auch
    http://www.text-deluxe.de/index.php/2008/eine-deutsche-revolution/ ;-))

    Müsste man mal gucken, ob es diese Antibekenntnisse auch anderswo gibt.

  4. tina Artikelautor

    Oh, interessant!

    Das hier fand ich besonders passend:

    “The technology writer Clive Thompson calls this “ambient awareness”: by following these quick, abbreviated status reports from members of your extended social network, you get a strangely satisfying glimpse of their daily routines. We don’t think it at all moronic to start a phone call with a friend by asking how her day is going. Twitter gives you the same information without your even having to ask.”

  5. Textaroma

    Ganz genau: Das Medium ist nicht die Message. Einen ähnlichen Vergleich zog auch Christian Stöcker gestern auf Spiegel Online über das Internet: “Das Internet als Ganzes zu loben oder zu kritisieren ist ebenso sinnvoll wie Papier zu loben oder zu kritisieren, weil darauf ja einerseits das Grundgesetz und “Faust” erschienen sind, andererseits aber auch “Mein Kampf” und Gewaltpornografie.” (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,629119,00.html)
    Ebenso solches gilt auch für Twitter.

  6. tina Artikelautor

    Oh, das ist ein interessanter Artikel, danke fürs Aufmerksammachen!

    Ich sollte auch einfach viel öfter für Spiegel, Stern und Focus schreiben … ;-)

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