abrechnung mit der krankenkasse oder wtf ist ein kassenrabatt?

Krankenkasse oder kranke Kasse? Irgendwas scheint mir hier jedenfalls zu kranken.

Bei der vorliegenden Abrechnung gibt es erst eine gute Nachricht: Hey, das abzurechnende Medikament wird komplett von der Kasse übernommen! Brutto-Erstattungssumme 35,80 €. Eigentlich.

krankenkasse-abrechnung

Denn erstmal gehen 10 € Zuzahlung ab, dann noch 5,82 € Kassenrabatt, den ich nie jemandem gewährt hab und den ich auch nicht schlüssig in einem Anlauf ergoogeln konnte (da stand immer nur was von Geld, dass Apotheker an Krankenkassen zahlen müssen und ich wüsste nicht, dass ich Apothekerin wäre), dann noch ein Verwaltungskostenabschlag von 3,00 €. Dabei war ich eigentlich davon ausgegangen, dass mein Beitrag auch die Verwaltung desselben beinhaltet? Also ich bezahle, dass die Krankenkassenmitarbeiter in ihren Listen nachschlagen, wie viel Zuzahlung es jeweils gibt? Gibt es dazu keine Software zum intelligenten Abgleich? Wahrscheinlich nicht, sonst würde sich ein solcher Posten wohl auf meiner Abrechnung finden.

Bleiben am Ende 16,98 € von den 35,80 €, die eigentlich erstattet werden, die auf meinem Konto landen – meistens Wochen später. Wie gut, dass ich eine private ambulante Zusatzversicherung hab. Nicht ganz so gut, dass die dann auch nur bis zu 90 % von der Gesamtsumme übernimmt, aber immerhin.

Bei Arztrechnungen wird dann nochmal die Praxisgebühr abgezogen. Obwohl ich doch irgendwie auch Privatpatientin bin, oder nicht?

Und auch blöd, dass die Private nur was zahlt, sobald die gesetzliche Krankenkasse was dazugetan hat. Also wenn die GKV auch nur einen Cent einer Leistung trägt, ist die private Krankenversicherung dabei – wenn nicht, bin ich Selbstzahlerin. Klingt luxuriös, ist es auch. Bei der Anmeldung zur Sprechstunde irgendwo ist es dann auch nicht ganz einfach: „Einmal private Rechnung, bitte. Aber bei Igel-Leistungen dann doch vorher nochmal Bescheid sagen.“

Einfordern sollte ich vielleicht andersrum einen saftigen Abwicklungskostenposten, denn das Heckmeck mit dem doppelten eigenhändigen Einreichen, Nachhaken und Anfordern ist auch kein Pappenstiel. Dazu kommt natürlich, dass ich da immer schön in Vorlage gehe, denn die Zahlungsfristen sind natürlich kürzer als die Dauer der Abwicklung mit meinen zwei lieben Krankenkassen. Also echt ne Menge Leistung auf meiner Seite. Sieht aber irgendwie keiner so.

Ich überlege dann mal, welche famosen Verwaltungskostenabschläge, reizenden Rabatte und entzückenden Zuzahlungen ich meinen Kunden demnächst lustig in Rechnung stellen könnte. Immerhin ist der administrative Teil der Arbeit eines Text-Freelancers – Buchhaltung, Verwaltung, Telefoniererei, Abstimmung, Nachfrage, Recherche, Abwicklung – auch nicht zu verachten!

Ich glaube aber, ich bleibe bei einer sanften Einpreisung dieser Leistungen und einer transparenten, expliziten Angabe da, wo es notwendig und logisch ist.

7 Gedanken zu „abrechnung mit der krankenkasse oder wtf ist ein kassenrabatt?

  1. knut

    ich habe es jetzt nur überflogen, aber ich vermute, daß es sich beim kassen“rabatt“ um eine abgabe an die gsetzliche krankenkasse (von 16,x%) handelt, die du bei inanspruchnahme dieser zuzahlst…

  2. tina

    Den Artikel hatte ich auch gefunden – aber warum zahl ich da wem was?

    Die Inanspruchnahme der GKV hab ich doch eigentlich mit meinem Beitrag für selbige bezahlt, dachte ich, und den Apotheker mit dem Preis fürs Medikament, dachte ich. Naiv, hm?

  3. tina

    Nee, rein privat versichert zu sein, ist unproblematischer, da musst du halt nur Rechnungen und Rezepte einreichen – bei mir ist es der Mischmasch, der das Unterfangen etwas kompliziert. ;-)

  4. dr.hirschhausen

    @tina: also ich weiß es gerade auch nicht. ich dachte erst es handelt sich dabei um die rezeptgebühr, die bei mir bei 5,8 oder 10 euro liegt und bei dir dann evtl. unter kassenrabatt günstiger wäre. aber stimmt wohl nicht…

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