uiuiui, ich lese grad das transkript der befragung eines experten bei der verhandlung von jessie misskelley, einem der west memphis three.
sowas hier ist doch echt mal merkwürdig, da lässt das gericht einen sozialpsychologen mit dem spezialgebiet erzwungene geständnisse als sachverständigen zu und dann darf der seine meinung nicht sagen:
“THE COURT: It’s just like the Johnson case on the rape of that child. I’m going to allow him to testify right up to the point of where he’s giving an opinion or inference that it was involuntary — that it was coerced.”
“THE COURT: Yes, I’ll let you ask those questions. …. But the difference is you’re asking him whether or not this was involuntary and allow him to say, In my opinion it was involuntary well, what does involuntary mean? Does that mean the State –or the officers did something impermissible, illegal — there are a number of things in the psychological area and the sociological area that the police could do that are perfectly permissible. Psychological techniques are not necessarily improper or wrong. From a psychologist’ s standpoint, he might say, Well, by using these subtle techniques they caused him to — to confess. That doesn’t mean that they’re involuntary. It means that they’re good techniques. So it means a lot of different things, and I’m not—”
au backe.




Ach ja… amerikanisches Recht. Da muss man sich sowieso nicht wundern.. fruit of the poisoned tree doctrine und sowas…
was ist denn das? ich würde ja nur gern wissen, was der richter da überhaupt soll, wenn die jury es bestimmen soll.
ah, interessant!
“Fruit of the poisonous tree is a legal metaphor in the United States used to describe evidence gathered with the aid of information obtained illegally.[1] The logic of the terminology is that if the source of the evidence (the “tree”) is tainted, then anything gained from it (the “fruit”) would be likewise.” (Wikipedia)
gilt das hier auch?
Umstritten.
Einige wenige Richter sagen ja, viele Verteidiger auch, und die meiste Gerichte lehnen es ab (und wägen dann lieber ab..:-) ). Ich find es ja auch zweifelhaft, jedenfalls in der Konsequenz (also fehlt der Durchsuchungsbeschluss für die in der Mülltonne gefundene Tatwaffe und der Täter gesteht weil Fingerabdrücke druff dann kann man ihn nicht verurteilen wegen Mordes etc… hm…).
ach du scheiße. gibt es bei euch im ach so wohlgeregelten rechtsstaat noch irgendwas eindeutig geregeltes? ich fall ja langsam vom glauben ab …
das ist doch wirklich quark. immerhin gibt es drei ausnahmen, wenn die waffe eh gefunden worden wäre, wenn sie teilweise auch rechtmäßig gefunden wurde oder wenn die kausale kette zwischen illegalem akt und der waffe zu dünn ist – wie ich grad lernte.
also: alles ermessenssache.
“spielraum” wäre wohl angemessener, ein wenig spielfreude scheinen richter ja zu haben. ;-)
ui, ich sollte mal nicht richterkritisch bloggen. noch nicht.
also: die tante macht nur spaß.
Die Ermessenssache heisst nix anderes als “richterliche Unabhängigkeit” oder so.
Und, Tantchen, das Uneindeutige beginnt dort wo der Gesetzeswortlaut endet.:-)
ach, ach, ach … für unabhängigkeit ist doch da kein platz. es sei denn, zu meinen gunsten.
im urheberrecht ist der spielraum eindeutig zu groß. und im amerikanischen strafrecht auch.
willst du da nicht mal was unternehmen? ;-)
Zwei deiner Freunde arbeiten ja hart daran, feststellen zu lassen wo die kleine Münze beginnt… also bitte.:-)
Und mir genügt schon der unfaire Wahnsinn des deutschen Strafrechts. Erst mal sehen was denn Herr Z. nun so kriegt.. ich ahne was…
oh, ich beschwere mich gar nicht und freue mich über präzendenzfälle! :-)
herr z., ach ja. ich dachte ja immer, es sei legal, sein geld in steueroasen unterzubringen … ich naivchen!
Äh.. jaja.. seit Boris und seinen 183 Tagen im Jahr in Monaco schon immer wieder gerne problematisiert glaub ich..
Aber Herr Z. und co. sind gute Arbeitsbeschaffer für Strafverteidiger.. mal sehen was noch so kommt in den nächsten Monaten…