frei nach der devise “versuchen kann man’s ja mal” scheinen viele praktikumsanbieter ambitionierten schnupper- und lernkräften vor allem unmöglichste bedingungen und aufgaben zu bieten. ich hab auch einige wenige praktika hinter mir und ich erinnere mich, dass ein damaliger chef seinerzeit nicht lächelte, als ich mal scherzhaft was von kaffeekochen und kopieren sagte. aber gelernt hab ich immer was. in der bookingagentur, in der videofilmproduktion und auch in der ultrawindigen “werbeagentur”, die bzw. der (einmannbetrieb) die damalige band junk food um sasha “managte”.
schon irrwitzig, dass ausgerechnet eine öffentlich finanzierten institution jetzt den vogel abschießt, wenn es um den “praktikantenabzocker 2007″ geht – das deutsche historische museum:
“Eine junge Frau mit abgeschlossenem Geschichtsstudium sollte demnach sechs Monate lang 39 Stunden wöchentlich unentgeltlich in dem Berliner Museum beschäftigt werden. Dafür sollte sie auf Urlaubstage, Krankengeld und Unfallfürsorge verzichten und unterschreiben, dass ihre Urheberrechte auf alle während des Praktikums erbrachten Leistungen trotz ausbleibender Entlohnung in das “ausschließliche Nutzungsrecht” des DHM übergehen.”
ähem.
“So zum Beispiel die Werbeagentur “Schröder und Partner”, ein Unternehmen aus dem niedersächsischen Weyhe, das lange als Favorit für die Raffzahn-Trophäe galt: Schon in ihrer Annonce für ein Jahrespraktikum hieß es, es gehöre “zum Pflichtprogramm, Papierkörbe zu leeren, Altpapier wegzubringen und Kaffee zu kochen”. Immerhin sollte der Praktikant dafür 120 Euro im Monat bekommen. Auch die Mannheimer “Millenium Werbeagentur” schrammte nur knapp an der Auszeichnung vorbei: Dort wurde ein Hochschulabsolvent für sechs bis zwölf Monate gesucht, der unter anderem “eigenverantwortlich Projektarbeit übernehmen und Angebote bis zur Auftragsabwicklung betreuen” sollte. “So deutlich beschreiben wenige, dass ein Praktikum eine reguläre Stelle ersetzt”, sagt Schneider. Da ist es fast schade, dass es die Raffzähne nur einmal gibt. Jedenfalls als Trophäe.”
solche angebote muss man sich erstmal trauen.



“eigenverantwortlich Projektarbeit übernehmen und Angebote bis zur Auftragsabwicklung betreuen”
am besten vorher eine eigene kleine firma in der richtung aufmachen und sich das projekt an land ziehen oder den karren so richtig in den sand setzen. :D
…das ermuntert eine hoffentlich bald abgeschlossene Germanistin zutiefst :D
oje, ich wollte doch niemanden erschrecken … als noch nicht so lang angeschlossene komunikationswissenschaftlerin hab ich aber so furchtbare praktika nicht machen müssen. und für dich seh ich da auch ne viiiiel rosigere zukunft!