Eigentlich ist Golf ein prima Sport. Und ein toller Sport für Deutsche. Denn es gibt unzählige Regeln, die alle Situationen klären, denen man in den Weiten des Platzes so begegnen kann – von Hunden, die den Ball zufällig ins Loch apportieren über seitliches, frontales oder zeitweiliges Wasser, bewegliche oder unbewegliche Hemmnisse, lose hinderliche Naturstoffe oder zur Abholung bereitgestelltem Grasschnitt. Manchmal kann man straflose Erleichterung in Anspruch nehmen (zum Beispiel bei “Boden in Ausbesserung”), ab und an zieht man sich auch mal den einen oder anderen Strafschlag zu. (Zum jeweils aktuellen Regelwerk gibt’s übrigens dann immer noch die “Decisions” des Royal & Ancient Golf Club of St Andrews, das sind an dieser höchsten Stelle getroffene Einzelfallentscheidungen mit allgemeiner Gültigkeit.)
Und eigentlich weiß man, wenn man vom Platz ins Clubhaus kommt, wie viele Schläge man auf der Runde so gebraucht hat. Möchte man meinen. Aber: Weit gefehlt!
Da gibt es erstmal das Handicap, das die Spielstärke angibt* und die Spielmodi Zählspiel und Stableford. Dann gibt es das Course-Rating, das den Schwierigkeitsgrad des Platzes angibt, den Slope-Wert. Doch damit nicht genug. Bei einem Turnier spielt man nicht das, was man spielt, da muss man erstmal abwarten, was die anderen Teilnehmer gespielt haben und was der Computer ausspuckt. Denn der CSA-Wert setzt die eigene Leistung nochmal erst in Relation zu den Gesamtergebnissen.
Genug reguliert? Nö. :-) Da gibt es nämlich Menschen, die spielen extra wenig Turniere, so dass sie viel besser spielen, als ihr Handicap angibt – sie schonen ihr Handicap, um dann mal bei einem großen Turnier abzuräumen, so geht die Sage. Also hat man verbandseitig beschlossen, Handicaps von Seltenturnierspielern mit einem Sternchen zu versehen. Das macht man jetzt aber doch nicht.

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Dann gibt’s da noch die Idee, nach einer Saison mal die Handicaps und die Turnierleistungen vom Computer vergleichen zu lassen und zu gucken, ob’s passt. Aber nur bei Leuten, die mehr als 4 Turniere gespielt haben. Wenn’s nicht passt, wird das Handicap dann “per Hand” angepasst und hoch- oder runtergesetzt. Das kommt aber jetzt wohl doch nicht. Ist im Nachhinein ja auch echt doof.
Das war nur ein kleiner Ausflug in die Regelwelt … :-)
*Handicap ist aber nicht gleich Handicap – da gibt es eine Stammvorgabe und, je nach Platz, eine andere Spielvorgabe.




Ja warum sollte sich der deutsche Golfer das Leben auch einfach machen.
Gut das ich nur Spaß haben will und Golf als Sport sehe.
Ja, es nimmt komische Formen an, mitunter. Und um die Auswirkungen kommt man ja teilweise nicht drumrum, wenn man mal ein Turnier spielen oder ein Handicap haben will. Wobei Crossgolf auch nett ist. Damals auf der Halde oder im Hafen, das war schon was …
Also Spaß und Sport, das ist auch meine Motivation dabei … :-)
Zum Glück werden es ja immer mehr öffentliche Anlagen, wo man ganz einfach mal den Schläger schwingen kann und nicht durch die Regelwut “behindert” wird.
Na also die Regeln braucht’s schon, sonst kann man nicht unproblematisch gemeinsam spielen oder jemals Ergebnisse vergleichen. Regelwut – na gut, es sind schon viele Regeln. Aber auf dem Platz kann ja auch so einiges passieren. :-)
Und öffentliche Anlagen find ich prima, aber man will ja auch nicht ewig nur auf einigen wenigen Klein- und Kurzplätzen spielen … Also ich jedenfalls nicht. Aber das kann jeder halten wie ein Dachdecker. :-)
Das mit den kurzen Kurzplätzen ist aber ehr ein Deutsches Problem, im Rest der Welt wird das mit Prüfung usw. nicht so krass gesehen. Zumindest hat mich in Schottland noch keiner nach Clubausweis oder HDC gefragt.
Pay & play, in seiner reinsten Form und nicht der Murks der hier in Deutschland draus gemacht wird.
50 m für einen Kurzplatz halte ich auch ehr für verarsche als das ich da Golfplatz zu sagen würde, da kann ich den Ball auch werfen.